Passau
Nur 200 Kunden: SWP schließen Erdgas-Tankstelle

„CNG-Fahrzeuge sind Auslaufmodelle“

14.02.2023 | Stand 14.02.2023, 19:00 Uhr |

Tank-Stopp: Die Erdgas-Zapfsäule an der Regensburger Straße wird zum 1. März geschlossen. −Foto: Danninger

Von Franz Danninger

Sanieren oder schließen? Vor dieser Frage standen die Stadtwerke Passau (SWP) in Sachen Erdgas-Tankstelle am Stammsitz an der Regensburger Straße. Geschäftsführung und Aufsichtsrat haben „schließen“ entschieden.

„Wir hätten einen mittleren fünfstelligen Betrag investieren müssen in eine Tankstelle, die seit Jahren nicht wirtschaftlich läuft“, begründet Prof. Dr. Stephan Prechtl gegenüber der PNP den Beschluss. Er spricht von rund 200 Kunden, die jedes Monat Erdgas tanken, das seien viel zu wenige, um gewinnbringend zu arbeiten. „Entsprechend des prognostizierten Ergebnisses 2023 müsste der Verkaufspreis extrem erhöht werden, um die Erdgastankstelle zumindest kostendeckend betreiben zu können“, erklären die Stadtwerke in einer Pressemitteilung. Dafür seien vor allem die steigenden Strom- und Einkaufspreise fürs Erdgas und erhöhte Netzentgelte verantwortlich.

Und was machen die Besitzer von Erdgas-Autos jetzt? Die könnten ihre Fahrzeuge weiter betreiben mit Benzin, teilen die Stadtwerke mit. Es gibt zwei Arten, bivalente und monovalente: Die ersteren fahren wahlweise mit CNG oder Benzin. Im Standard-Modus läuft der Motor mit Erdgas, wenn das zu Ende ist, schaltet die Elektronik auf Benzin um. „Der Fahrer kann dies aber auch manuell steuern“.

Monovalente Autos sind auf CNG optimiert, nutzen den vollen Energiegehalt des Gases (130 Oktan, Superbenzin hat 95) über Motoren aus, die höher verdichtet sind. „Zusätzlich steht als Reserve und zum Starten ein kleiner Benzintank zur Verfügung.“

Erdgas-Autos gelten als Auslaufmodelle, erklärt der ADAC, der Trend laufe in Richtung Elektro- oder Hybridfahrzeuge. Nur der VW-Konzern führt demzufolge noch Erdgas-Autos im Programm, lässt diese aber auslaufen. Auch Fiat stelle die Zeichen auf Elektro. Dieser Trend habe nichts mit dem Ukraine-Krieg und der Gaskrise zu tun, ergänzen die Stadtwerke, „sondern vielmehr mit mangelnder Nachfrage“.

Das war nicht immer so: Als die Erdgas-Tankstelle eingerichtet worden war, tankten Busse eines Linien-Betreibers bei den Stadtwerken Erdgas – das sei längst nicht mehr der Fall.