Teils gefährliche Schleusungen
Polizei stellt 600 geschleuste Migranten in einer Woche in Niederbayern fest

21.09.2023 | Stand 21.09.2023, 12:39 Uhr |

Hunderte geschleuste Migranten wurden in der vergangenen Woche in Niederbayern von der Polizei aufgegriffen.  − Symbolbild: Robert Michael/dpa

Die Die Bundespolizei Passau hat eine Schleuser-Wochenbilanz veröffentlicht. Demnach wurden von Donnerstag, 14. September, bis Mittwoch, 20. September in den Landkreisen Passau, Rottal-Inn, Freyung-Grafenau, Regen und der Stadt Passau bei 49 Schleusungen 627 Migranten festgestellt. Eine Übersicht der Fälle.



Am Donnerstag (14. September) stellten Landes- und Bundespolizisten nach einem Bürgerhinweis gegen 9 Uhr im Bereich Haarbach (Landkreis Passau) 31 Türken und vier Afghanen ohne erforderliche Einreisedokumente fest. Die Personen – unter ihnen zehn Kinder – wurden ersten Ermittlungen zufolge mit einem weißen Transporter nach Deutschland geschleust. Die Bundespolizei Passau ermittelt in diesem Fall wegen Einschleusens von Ausländern gegen unbekannt. Die Migranten wurden an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übergeben, die Strafmündigen erhielten Anzeigen aufgrund unerlaubter Einreisen.

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Im Stadtgebiet Passau kontrollierte die Grenzpolizei Passau am Samstag (16. September) einen Kleintransporter mit slowakischer Zulassung. Im Laderaum des Fahrzeugs waren insgesamt 36 türkische Staatsangehörige eingepfercht, darunter sechs Kinder. Ihr Gesundheitszustand war laut Polizei stabil, Einreisedokumente konnten auch sie nicht vorzeigen. Gegen den 51-jährigen georgischen Fahrer leitete die Bundespolizei Passau ein Ermittlungsverfahren wegen Einschleusens von Ausländern unter einer schweren Gesundheitsgefährdung ein. Er wurde nach der Richtervorführung in eine Justizvollzugsanstalt in Bayern eingeliefert. Die Geschleusten übernahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beziehungsweise das zuständige Jugendamt.

Gefährliche Schleusungen im Landkreis Rottal-Inn



Ebenfalls am Samstag (16. September) verunfallte ein Schleuser mit zehn Migranten in seinem Kleintransporter im Bereich Hebertsfelden (Landkreis Rottal-Inn). Am Sonntag (17. September) stoppten Bundespolizisten auf der B12 in der Kontrollstelle Kirchdorf am Inn (Landkreis Rottal-Inn) eine gefährliche Schleusung von 30 Personen in einem Kleintransporter.

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Beamte der Bundespolizei stellten am ebenfalls am Sonntag um 8.30 Uhr in Neureichenau (Landkreis Freyung-Grafenau) 14 Türken, unter ihnen sechs Kinder, fest, die mit einem Mercedes Sprinter mit ungarischer Zulassung von Österreich nach Deutschland geschleust wurden. Gegen den 27-jährigen syrischen Fahrer leitete der Ermittlungsdienst der Bundespolizei Passau ein Verfahren wegen Einschleusens von Ausländern ein. Er wurde nach der Vorführung am zuständigen Amtsgericht in eine Justizvollzugsanstalt in Bayern gebracht. Die Geschleusten wurden an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übergeben, die Strafmündigen erhielten Anzeigen aufgrund unerlaubter Einreisen.

Schleuser-Bus auf A3 gestoppt



Auf der A3 in der Kontrollstelle Rottal-Ost (Landkreis Passau) nahmen Bundespolizisten am Dienstag (19. September) zwei Rumänen im Alter von 29 und 42 Jahren fest, nachdem sie 21 Türken in einem Kleinbus mit rumänischer Zulassung über die Grenze geschleust hatten. Unter den Migranten befanden sich zehn Kinder, ihr Gesundheitszustand war Polizeiangaben zufolge stabil. Die Fahnder lieferten die beiden mutmaßlichen Schleuser in Justizvollzugsanstalten in Bayern ein. Ermittlungsverfahren wegen Einschleusens von Ausländern unter einer schweren Gesundheitsgefährdung wurden eingeleitet. Die strafmündigen Geschleusten erhielten Anzeigen aufgrund unerlaubter Einreisen. Alle Migranten mussten zurück nach Österreich.

In Bad Füssing (Landkreis Passau) schleuste ein 41-jähriger Bulgare am Mittwoch (20. September) 20 türkische Staatsangehörige mit einem Kleinbus mit bulgarischer Zulassung nach Deutschland. Die Kontrolle erfolgte durch die Landespolizei. Bundespolizisten lieferten den Fahrer nach der Anzeige wegen Einschleusens von Ausländern in eine Justizvollzugsanstalt ein. Die Migranten, unter ihnen sieben Kinder, wurden an das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übergeben.

Schleusungen auch über Tschechien



Ebenfalls am Mittwoch (20. September) stellten Bundespolizisten aus Zwiesel und die Polizei Regen gegen 10 Uhr in Schweinhütt (Stadt Regen) neun Syrer fest, die von zwei Ukrainern im Alter von 40 und 41 Jahren mit zwei Fahrzeugen mit polnischer Zulassung ins Bundesgebiet eingeschleust wurden. Gegen die beiden ukrainischen Fahrer ermittelt nun die Bundespolizei Passau wegen Einschleusens von Ausländern. Sie werden am Donnerstag (21. September) einem Haftrichter vorgeführt.Die Syrer im Alter zwischen 19 und 40 Jahren erhielten Anzeigen aufgrund unerlaubter Einreisen. Da die Sachbearbeitung zu diesem Fall noch nicht abgeschlossen sei, stehe der Verbleib der Personen noch nicht fest, teilte die Bundespolizei am Donnerstag mit.

Weitere Feststellungen von Schleusungen und unerlaubten Einreisen im genannten Zeitraum erfolgten unter anderem in Waldkirchen und Röhrnbach (Landkreis Freyung-Grafenau) sowie in Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn) und Wegscheid (Landkreis Passau).

− pnp