Traunstein

Modernste Berufsschule in Bayern entsteht in Traunstein

Vorfreude auf den Neubau bestimmt die Versammlung des Fördervereins der BS I

06.12.2022 | Stand 06.12.2022, 13:00 Uhr
red

Stellvertretend für die ganze Schülerschaft freuten sich Vertreter der Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe mit Schulleiter Wolfgang Kurfer (links) über die vom Förderverein finanzierten Surfaces. −Foto: Schule

Bevor sich die Stadt und der Landkreis Traunstein mit dem Prädikat „modernster Berufsschulstandort in Bayern“ schmücken können, wird es zwar noch einige Jahren dauern, die Vorfreude auf dieses Highlight war aber in der Mitgliederversammlung des Fördervereins der Staatlichen Berufsschule I Traunstein schon mit Händen zu greifen. Ohne Umschweife und nicht ohne Stolz berichtete der Vorsitzende Gerhard Kotter den Vereinsmitgliedern, die zur Jahreshauptversammlung ins Schulrestaurant an der Wasserburger Straße geladen waren, dass bereits erste Schritte zur Umsetzung getätigt und die Finanzmittel gesichert sind. In diesen unsicheren Zeiten sei dies keine Selbstverständlichkeit, so Kotter weiter. Er freue sich aber, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger zu seinen Zusagen steht und der beruflichen Bildung einen hohen Stellenwert einräumt.

Seinen Dank richtete der Vorsitzende dann zuallererst an die Lehrer der Schule, die mit viel Herzblut und großer Innovationsbereitschaft den Spagat zwischen Tradition und Moderne jeden Tag aufs Neue meisterten. Dieses Lob gebe er mit Freude weiter, so Schulleiter Wolfgang Kurfer, der mit aktuellen Informationen aus dem Schulleben einen Einblick in das Tagesgeschäft gewährte.

„Zeitenwende“ für die über 2000 Schüler in 101 Klassen

Auch seine Ausführungen standen ganz im Zeichen der Neubauplanungen. Über die Schulleitung steht das Kollegium in engem Kontakt mit den Architekten und beteiligt sich ambitioniert an den Detailplanungen. Der Mensch stehe im Mittelpunkt, und das neue Gebäude müsse den Bedürfnissen der Lehrenden und Lernenden entgegenkommen, so Kurfer. Dies werde vor allem über neue Konzepte der Unterrichtsgestaltung mit innovativen Raumkonzepten verwirklicht. Helle, transparente und offene Lernlandschaften lösen geschlossene und streng abgegrenzte Klassenzimmer ab. Für die aktuell weit über 2000 Schüler, die in 101 Klassen unterrichtet werden, werde dies in jedem Fall eine Zeitenwende.

Nach offiziellen Prognosen ist laut Kurfer die Talsohle bei den Schülerzahlen in der beruflichen Bildung erreicht, und in den kommenden Jahren werden demnach wieder mehr Auszubildende den Schulstandort Traunstein besuchen. In den vier großen Fachbereichen – Metall, Elektro/IT, Bau/Holz/Farbe und Nahrung/Gastronomie – sind derzeit Schüler aus 40 Nationen vertreten. Nicht alle verfügen aber über ausreichende Deutschkenntnisse – „eine zunehmend problematische Entwicklung“, so Kurfer. Zwar verfüge die Berufsschule I über zusätzliches Personal zur Sprachförderung, angesichts der großen Zielgruppe reichten die Mittel aber bei weitem nicht aus. So seien die rund 80 Lehrer täglich gefordert, neben kognitiven Niveauunterschieden auch sprachlich differenzierte Angebote einzuplanen.

Kurfer ist dennoch in der glücklichen Lage, 96 Prozent des Unterrichts mit Lehrern abdecken zu können. Nach Abzug der Krankheitsfälle und elternzeitbedingter Pausen bewege sich diese Zahl immer noch bei rund 90 Prozent. Sorgenkinder seien aber weiterhin die Berufe im Nahrungsmittelhandwerk und in der Gastronomie. Neuordnungen der Berufe und daraus resultierende Änderungen in der Beschulung und Klassenbildung wirkten sich zudem negativ auf die Standortsicherung aus.

Allen Widrigkeiten zum Trotz konnte aber auch in Zeiten von Corona massiv in die Ausstattung der Schule investiert werden: Alle Klassenzimmer sind laut dem Schulleiter mit neuen Computern ausgestattet, ein flächendeckendes WLAN wurde eingerichtet, und jede Lehrkraft hat ein Dienstgerät erhalten. Dies versetze die Schule auch in die Lage, sich mit einigen Klassen am Pilotprojekt „Digitale Schule der Zukunft“ zu beteiligen. Alle hier gewonnenen Erfahrungen werden auch in die Planungen für den Neubau einfließen.

Renovierungsarbeiten nach Brand vor dem Abschluss

Zum Abschluss konnte Kurfer zudem vermelden, dass die Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten nach dem Brand in der Stelzengarage vor knapp einem Jahr (wir berichteten) nun kurz vor dem Abschluss stehen. Vieles sei im zu Ende gehenden Kalenderjahr geschehen, und er sei stolz auf „ein ganz großartiges Kollegium“. Kurfer dankte dem Förderverein „für die stets wohlwollende Begleitung aller Bemühungen der Schule und die großzügige finanzielle Unterstützung vielfältigster Maßnahmen“.

Schriftführer Friedrich Adler stellte die Schwerpunkte der Mittelverwendung im abgelaufenen Vereinsjahr vor. Im Zentrum standen die Erweiterung der digitalen Ausstattung für Schüler, die Bezuschussung von Lehrfahrten sowie Preisgelder für Schüler, die neben sehr guten schulischen Leistungen in besonderer Weise auch soziales Engagement zeigten.

Im Kern werde damit auch die Zielrichtung für die Tätigkeit des Fördervereins im nächsten Geschäftsjahr abgebildet, so Adler weiter. Die dazu nötigen finanziellen Mittel stünden bereit und werden, so Kassenprüfer Edmund Braun, auch satzungsgemäß und buchhalterisch ohne Beanstandung verwaltet. Ein besonderes Lob ging an dieser Stelle an Gertraud Wirnshofer, die im Sekretariat der Schule als „gute Seele des Fördervereins“ zu einer unverzichtbaren Stütze geworden sei. So viele positive Rückmeldungen quittierte die Versammlung schließlich auf Empfehlung der Kassenprüfer mit der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft.

Aus einem angenehmen Grund „sitzen geblieben“

Nach dem offiziellen Teil genossen die zahlreichen Gäste wieder einmal die Vorzüge einer Nahrungsabteilung: Allerlei Köstlichkeiten aus hauseigener Fertigung im schuleigenen Restaurant, überaus ansprechend und mit viel Liebe zum Detail präsentiert, hielten manche Besucher länger als ursprünglich geplant – „Sitzenbleiben“ kann eben auch ganz andere Gründe haben.

− red