Traunstein

„Leseglück“ offiziell eröffnet

Festival soll das Glück von Literatur und Lesen allen Menschen erfahrbar machen

24.01.2023 | Stand 24.01.2023, 11:00 Uhr
Alexandra Rimmelspacher

In lockerer Runde stießen (von links) der Geschäftsleiter des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon des Bezirks Oberbayern, Gerald Schölzl, Traunsteins Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner, stellvertretender Landrat Andreas Danzer und Bezirkstagspräsident Josef Mederer auf die Eröffnung des Literaturfestes an. −Foto: Giesen

„Wer nicht liest, wird mit 70 nur sein eigenes Leben gelebt haben“, zitierte Bezirkstagspräsident Josef Mederer Umberto Eco, den Autor von unter anderem „Im Namen der Rose“. Wer aber lese, könne in unendlich viele andere Welten eintauchen, sich einfühlen und das Glück des Lesens erfahren.
Im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnete der Bezirkstagspräsident damit offiziell das Literaturfest „Leseglück“ in der Städtischen Galerie Traunstein im Kulturforum Klosterkirche.

Mederer freute sich, dass trotz der schwierigen Corona-Jahre das Literaturfest zum vierten Mal nacheinander in vier Landkreisen durchgeführt werden kann, und würdigte die immense, oft auch ehrenamtliche Arbeit vieler Veranstalter und Organisatoren. Die Initiative für das Literaturfest sei ursprünglich vom k1 Traunreut und von Kloster Seeon ausgegangen. Er selbst habe dann beide zusammen geführt, so dass sich im Laufe der Zeit das umfangreiche Literaturfest in seiner jetzigen Form entwickelt habe.

In jedem Jahr kamen wieder neue Veranstaltungsorte hinzu, so wie heuer das Chiemgau-Gymnasium (ChG) in Traunstein, oder das Park-Kino Bad Reichenhall. Das Motto „Neues wagen und Grenzen überwinden“ sei in jeder Hinsicht ein gutes Motto, denn es diene der Annäherung der Menschen untereinander. Grenzen würden in vielen Bereichen gesprengt, so Mederer. Er versprach, auch künftig die Veranstaltungen des Literaturfests „Leseglück“ nicht nur ideell, sondern auch finanziell zu unterstützen.

Traunsteins Zweite Bürgermeisterin Walburga Mörtl-Körner hatte die Gäste im Namen der Stadt willkommen geheißen. Traunstein sei heuer mit fünf Veranstaltungen vertreten, eine davon die gegenwärtige, bis 19. Februar dauernde Ausstellung „So Fern, So Nah“ des in Vachendorf lebenden Fotografen Alain Roux (wir berichteten). Mörtl-Körner dankte besonders Judith Bader, der Leiterin der Städtischen Galerie, für die Realisierung der Ausstellung. Und sie hoffte abschließend, mit dem Literaturfest möglichst viele Menschen für Bücher interessieren und immer wieder mal „vom Fernseher weglocken zu können“.

„Die Überwindung von Grenzen durch neue Perspektiven und neue Ideen“, dazu auch Bildung, die Literatur und Lesen ermöglicht, befand auch stellvertretender Landrat Andreas Danzer als herausragendes Verdienst des Literaturfests „Leseglück“. Schier grenzenlos sei der Nutzen, den Literatur für alle habe. Deshalb investiere auch der Landkreis intensiv in diesem Bereich und damit in die Zukunft.

Judith Bader stellte den Gästen die Ausstellung „So Fern, So Nah“ vor. Während des ersten Corona-Lockdowns fotografierte Roux Freunde, Nachbarn und Bekannte und bat sie, etwas über ihre Eindrücke von dieser seltsamen Zeit aufzuschreiben. Literatur bedeute immer einerseits Fakten, andererseits deren Interpretation. Bei den Texten treffe man auf viele Arten von Literatur, angefangen von sachlichen Beschreibungen über Gedichte, Haikus und anderer Lyrik, so Bader. Der einzelne erzähle aus „seinem Chaos von Gefühlen“ während der Corona-Zeit und bringe durch das Darüber-Schreiben auch wieder eine Art von lebensnotwendiger Ordnung und System in sein Leben.

Die Eröffnungsfeier endete mit guten Gesprächen über Literatur und über Eindrücke aus der anregenden Ausstellung. Eine Reihe von „Leseglück“-Veranstaltungen ist bereits ausverkauft, so dass eine rechtzeitige Reservierung von Karten offensichtlich sinnvoll ist.