Landkreis Passau
„Eine Metzgerinnung wird es auch in Zukunft geben“

01.06.2023 | Stand 16.09.2023, 5:11 Uhr |

„Den Herausforderungen müssen und werden wir uns stellen. Aber eine Metzgerinnung wird es auch in Zukunft geben, das ist sicher“, sagt Albert Kohlpaintner, Obermeister der Metzgerinnung Passau. −Foto: Archiv PNP/Egger

Dass die Metzgerinnung Passau mit derzeit 39 Mitgliedsbetrieben vor einer finanziell schwierigen Lage steht, wurde jüngst in der Hauptversammlung erörtert, die PNP berichtete am Dienstag darüber. Nun meldet sich Albert Kohlpaintner, Obermeister der Metzgerinnung, zu Wort und möchte klarstellen, dass die Innung keineswegs vor dem Aus steht.

„Angesichts der gegenwärtigen Kostensituation reichen die von den Mitgliedsbetrieben zu bezahlenden Beiträge nicht mehr aus“, hatte Thomas Schosser, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, in der Versammlung bekanntgegeben. Und Vorstandsmitglied Karl Mayer sagte: „Wir müssen eine Lösung finden, andernfalls sind wir nächstes Jahr pleite.“ Dem widerspricht Obermeister Albert Kohlpaintner: „Der erweckte Eindruck, dass die Metzgerinnung Passau-Unterer Bayrischer Wald kurz vor der Pleite stünde, entspricht in keinster Weise den Tatsachen“, schreibt er in einer Stellungnahme.

„Reagieren erst, wenn konkrete Zahlen vorliegen“

Fakt sei, dass der Bayerische Landesverband eine Reform der Beitragsabrechnungen mit dem sogenannten Lohnsummenmodell in die Wege geleitet hat, welche auch die Innung Passau umsetzen musste. „Um hier Rücksicht auf unsere Mitglieder zu nehmen, haben wir beschlossen, vorerst keine Beitragserhöhungen vorzunehmen, die irgendwie auf Schätzungen beruht hätten, sondern erst zu reagieren, wenn konkrete Zahlen vorliegen, um dann einen seriösen Haushaltsplan aufzustellen“, erklärt Kohlpaintner. „Dass dies mit finanziellen Einbußen im abgelaufenen Geschäftsjahr verbunden sein wird, das wussten wir, aber wir wollten den Mitgliedern hier nicht irgendwelche Belastungen im Vorfeld zumuten. Außerdem waren und sind weiterhin finanzielle Reserven vorhanden.“

Der aktuelle Haushalt sei auf das jetzige Beitragssystem umgestellt „und da bin ich mir sicher, dass die Zahlen auch wieder anders aussehen werden“, schreibt der Obermeister. „Vor allem ist es ehrlich und transparent unseren Mitgliedern gegenüber.“

Neue Wege gegen Herausforderungen

Dass die Situation aufgrund wegfallender Betriebe und Beitragseinnahmen bei gleichzeitig steigenden Kosten generell schwierig sei, könne nicht bestritten werden. „Aber auch hier gilt es neue Wege zu gehen, was Synergien und Zusammenarbeit, eventuell auch Fusionen mit anderen Innungen angeht“, so Kohlpaintner. „Diesen Herausforderungen müssen und werden wir uns stellen. Aber eine Metzgerinnung wird es auch in Zukunft geben, das ist sicher.“

− rot