Bei jedem Wetter Gemeinschaft leben
Aktion „Miteinander Füreinander“: Trotz Regens helfen 120 Freiwillige – 200 Grundschüler erstmals mit dabei

21.04.2024 | Stand 22.04.2024, 16:20 Uhr |

Der Friedhof in Weihmörting wurde von Unkraut befreit und aufgekiest. Hier half auch 3. Bürgermeister Alex Hutterer (rechts) mit.  − Fotos: Brodschelm

Der Wind pfeift eiskalt um die Häuser und auch der Regen hat am Samstag kein Erbarmen mit den Freiwilligen, die in der Marktgemeinde Rotthalmünster (Landkreis Passau) bei der Aktion „Miteinander Füreinander“ dabei waren. Doch dass das Arbeiten in der Gemeinschaft und generationenübergreifend Spaß macht, egal bei welchem April-Wetter, das bewiesen insgesamt rund 120 ehrenamtliche Helfer an diesem Vormittag plus 200 Grundschüler unter der Woche.

Ein Engagement, das die Organisatoren der kirchlichen und weltlichen Gemeinde zum Staunen brachte. Denn bei diesem „Sauwetter“ hatte niemand mit so vielen Helfern gerechnet. „Das ist gelebte Demokratie“, freute sich Bürgermeister Günter Straußberger beim gemeinsamen Essen – gespendet von der Pfarrei und der Marktgemeinde – in der Halle der Feuerwehr Rotthalmünster zum Abschluss. Und auch Pfarrer Jörg Fleischer lobte die fleißigen Arbeiter in den höchsten Tönen.

Fast 200 Schüler machen mit

Zuvor hatten die beiden gemeinsam mit Hauptorganisatorin und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Helene Winkler alle Helfer bei ihren Projekten besucht. Los ging es gleich am Morgen im Pfarrheim. Hier haben der Frauenverein, der Kirchenchor und die Pfadfinder gemeinsam das Gebäude gereinigt, Regale und Küche ausgemistet, sortiert und geputzt. Straßen, Gebüsch und Gräben von Unrat befreit, das haben unter der Woche bereits die Grundschüler. Alle Klassen machten heuer erstmals bei der Aktion mit – insgesamt fast 200 Schüler und ihre Lehrer. Gemeinde und Pfarrei spenden den Kindern dann ebenfalls eine kleine Brotzeit, freut sich stellvertretende Rektorin Julia Huber: „Die Kinder waren mit großem Eifer dabei und konnten es gar nicht fassen, was alles weggeworfen wird.“

An der Wieskapelle wurde innen und außen geputzt. Innen der Pfarrgemeinderat und außen säuberten die Reservisten das Kriegerdenkmal. Entlang des Kesselbachs suchte auch die Jugendfeuerwehr Müll. Und gleich in der Nähe der zweiten Brücke pflanzten die AH des TSV, ein Teil der Reservisten und Feuerwehr einen „Baum der Demokratie“ – wie bei der friedlichen Demo am Marktplatz vor einer Woche versprochen. Ein in Stein gemeißelter Schriftzug erinnert ab jetzt daran. Auch in der Pfarrkirche wurde fleißig geschrubbt, gesäubert, Staub gewischt und Blumenschmuck erneuert – von PGR, Kirchenverwaltung und einigen Freiwilligen.

„Gemeinsam können wir so viel schaffen“

Mit Schwamm und Bürste ausgestattet waren Andrea und Leo Schmidt im Einsatz und säuberten das „Marktweiberl“ am Marktplatz. Die Feuerwehr räumte derweilen ihre Fahrzeughalle aus und richtete für alle Helfer Tische und Bänke sowie die Verpflegung her. Gegen Mittag trudelten auch aus den Außenbereichen die Helfer ein. Eine große Gruppe zum Beispiel aus Weihmörting. Hier hatte wieder die gesamte Dorfgemeinschaft trotz Regens kräftig mit angepackt. Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, Freie Wähler, KSRK, FFW und die WeihMIAtinger waren hier im Einsatz.

Der Friedhof wurde von Unkraut befreit und aufgekiest. Das Kriegerdenkmal wurde gereinigt und der Dorfplatz gleich mit. Sträucher und Unkraut rund um das Feuerwehrhaus wurden zugeschnitten und ausgerissen. Das Pfarrerkreuz wurde nicht nur aufwendig sauber gemacht, sondern auch noch eine Stange für die Vögel aufgestellt. Zwei Nistkästen wurden außerdem am neuen Spielplatz angebracht. In Asbach wurde in und um die Kirche sauber gemacht von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat. Am Ende waren sich alle – nass und dreckig – einig: „Es war eine gelungene Aktion und nur gemeinsam können wir so viel schaffen.“