Dingolfing
Sandbahnrennen: Ein dramatisches Finale als Krönung

Erst wird Andrew Appleton disqualifiziert, dann erhält er doch Silbernen Schwammerling – Härtel ist Gesamtsieger

01.05.2023 | Stand 01.05.2023, 20:01 Uhr |

Wenn dieser Startversuch gezählt hätte, wäre Lokalmatador Michi Härtel (im Vordergrund) wohl nicht nur Gesamtsieger, sondern auch Gewinner des Schwammerlings geworden. So aber nutzte Andrew Appleton (links neben ihm) die Gunst der Stunde und gewann den Finallauf.

Verwirrung total, nachdem Andrew Appleton als Sieger des Finales durch das Ziel gerast ist: Hat er nun den Silbernen Schwammerling gewonnen oder doch Michi Härtel? Wurde er disqualifiziert, verwarnt, aus der Wertung genommen oder bleibt alles so, wie es die Zuschauer im sehr gut gefüllten Isarwaldstadion gesehen haben?

Als der Moderator zur Siegerehrung bat, stellte er klar: Andrew Appleton wurde disqualifiziert, Michi Härtel wird als Gesamtsieger mit dem Siegerpokal und als Gewinner des Finallaufes mit dem Silbernen Schwammerling ausgezeichnet.

Als dann die Preisverteilung der anderen drei Wertungen erledigt waren, also etwa eine Viertelstunde später, verkündete er das endgültige Ergebnis: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Entscheidung der Rennleitung mit der Verwarnung für Andrew Appleton wurde wieder zurückgenommen. Das heißt, alles bleibt beim Alten mit der jetzt wieder neuen Reihenfolge.“

Das Sandbahnrennen am 1. Mai war wieder eine Einmannshow von Gastgeber Michael Härtel. Er dominierte auf der schwierigen Dingolfinger Bahn das international stark besetzte Rennen, setzte sich in den Vorläufen durch und stand bereits vor dem Finale als Gesamtsieger fest. Aber jeder, der in Dingolfing an den Start geht, möchte den Schwammerling gewinnen und den bekommt nur der Sieger des Finales, egal ob er Gesamtsieger ist oder nicht.

Finale braucht gleich drei Startversuche

Also legten alle sechs Finalisten alles, was sie zu bieten hatten, in den Start, denn dort wurden auch am Montag die allermeisten Rennen entschieden. Michi Härtel hatte die Innenbahn, aus seiner Sicht den besten Startplatz. Appleton stand recht weit außen, nahe an der vollbesetzten Tribüne und konnte es nicht ganz abwarten, bis das Kommando gegeben war – oder doch nicht, das konnte auch das Renngericht lange nicht bewerten. Bei einem Versuch verletzte sich der Däne Jakob Bukhave und konnte nicht mehr mitfahren. Jedenfalls wurde das Rennen zweimal abgebrochen, alle stellten sich wieder ans Startband. Es wurde hochgezogen und Appleton sicherte sich den Sieg im Finale.

Danach rauchten die Köpfe im Richterturm. Anfangs wollte man offenbar den Sieger aus der Wertung nehmen, dann entschied man anders und kürte Appleton zum Sieger. Michael Härtel freute sich darüber bei der Siegerehrung: „Gratulation an den Andrew und die anderen Platzierten. Es war heute wirklich ein harter Kampf.“ Auch der Moderator gratulierte Appleton: „Congratulation! Ein verdienter Sieger.“

Mit dem Finalsieg schaffte es Appleton auch in der Gesamtwertung noch als Dritter aufs Podest und verdrängte damit Stephan Katt. Mit 15 Punkten lag er hinter dem starken Dänen Jakob Bukhave (18) und dem überlegenen Sieger Michi Härtl (24). „Leider hat‘s am Ende nicht ganz gereicht für mich“, ärgerte sich der Oberbubacher und 2. Vorstand des gastgebenden MSC Dingolfing über die verpasste Chance, den Vorjahrestriumph zu wiederholen. Dennoch überwog bei ihm die Freude des Veranstalters: „Vielen Dank an alle Zuschauer, es war heute ein gelungener Nachmittag, wir haben ein gutes Wetter und eine gute Bahn gehabt. Es gab sehr gute und spannende Läufe. Jeder ist auf seine Kosten gekommen. Am Ende ein atemberaubendes Finale mit drei Starts. Wir werden uns nächstes Jahr alle wiedersehen und da werde ich alles dafür geben, dass wir den Silbernen Schwammerling in Dingolfing behalten.“

Die Sieger bei den Oldies, B-Solo und Seitenwagen

Dieses Mal hatte das Rennen ein besonderes Schmankerl geboten, es gab eine Oldieklasse, die dominiert wurde von Wolfgang Barth, auf Rang 2 landete Peter Reitzel vor Andreas Blache.

„Ganz tolle Rennen“, so der Moderator, gab es bei den Seitenwagenläufen, auch wenn Markus Venus/Markus Eibl alle Läufe gewannen und mit der Höchstpunktzahl von 12 die Wertung gewannen. Dahinter heizten dem Sieger Mitch Godden/Paul Smith mit 9 Punkten ein, auf Rang 3 landeten Marco Hundsrucker/Kim Kempa.

An Spannung nicht zu überbieten war trotz des dramatischen Finales die Wertung bei den B-Solofahrern. Sebastian Adorjan leistete sich in einem Lauf eine Nullnummer und stand trotzdem in dem ausgeglichenen Feld am Ende ganz oben auf dem Stockerl. Dahinter folgten Dominik Werkstetter und Magnus Czekely.

− bn