Kastl will Wasserburger Löwen zähmen
Das „Herz“ fehlt und die „Seele“ ist fraglich – Dominik Grothe muss passen, Sebastian Spinner womöglich auch

04.04.2024 | Stand 04.04.2024, 17:45 Uhr |

Drei Punkte wünschen sich die Kastler Brüder Philipp (links) und Dominik Grothe im Heimspiel gegen Wasserburg. Letzterer, den Trainer Slaven Jokic als „das Herz der Mannschaft“ bezeichnet, ist jedoch gegen den Tabellenzweiten der Landesliga Südost nicht mit von der Partie. − Foto: Zucker

Am 28. Spieltag der Fußball-Landesliga Südost genießt der TSV Kastl am Samstag, 6. April, um 14 Uhr Heimrecht. Zu Gast ist mit dem TSV Wasserburg ein Schwergewicht dieser Spielklasse, das sich als Tabellenzweiter auf die Relegation einstellt und zurück in die Bayernliga drängt.

Kastl, drittbeste Heimelf des 18er-Feldes, will im Mauerberger-Sportpark die Löwen zähmen und einen Sieg feiern gegen den Favoriten, gegen den in der Vorrunde mit 1:2 unnötig verloren wurde. Vor wenigen Wochen trat man im Trainingslager am Gardasee erneut gegen den Klub aus dem Landkreis Rosenheim an und unterlag auch in diesem Test mit 1:2. Klar ist: Die Wasserburger wollen zurück in die Bayernliga, in der sie noch vor vier Jahren zur Spitze gezählt und als Dritter in der Endabrechnung den Sprung in die Regionalliga denkbar knapp verpasst haben. Dann folgte der Absturz, als Vorletzter ging es runter in Liga 6.

Die Kastler müssen weiter den Vorsprung auf den Gefahrenbereich verteidigen und wenn möglich ausbauen. Aktuell sind es bis zur Relegationszone zehn Punkte Luft und damit genau so viel wie zu Beginn der Frühjahrsrunde. „Damit bin ich zufrieden, aber es könnte auch deutlicher sein“, sagt Slaven Jokic, der vor allem mit der Ausbeute aus der kürzlich absolvierten Englischen Woche hadert. „Da wollte ich Minimum vier Punkte, am Ende waren es nur drei“, so der Trainer zu den Heimpartien gegen den TSV Grünwald (0:1) und den SB Chiemgau Traunstein (4:3).

Gegen Wasserburg muss Jokic improvisieren, denn mit Dominik Grothe fehlt „das Herz der Mannschaft“ (O-Ton Jokic). Und auch der Einsatz von Sebastian Spinner, den der Coach als „die Seele der Mannschaft“ bezeichnet, ist mehr als fraglich. Kastls Top-Torschütze war beim jüngsten 2:1 beim SV Bruckmühl zwar wieder dabei, musste aber erneut früher runter. Der Oberschenkel zwickt wieder. Wie auch immer: Jokic will den kleinen Durchhänger der Gäste nutzen. Nicht nur, dass Wasserburg zuletzt daheim überraschend mit 0:2 gegen den abstiegsbedrohten SV Neufraunhofen Federn lassen musste. Es läuft schon seit Wiederbeginn nicht nach Wunsch: War die Truppe von Florian Heller mit sieben Siegen in Serie in die Winterpause gegangen, so konnte sie in den sechs Partien nach den Ferien nur magere vier Punkte draufsatteln und läuft Gefahr, Platz2 auf der Zielgeraden noch zu verspielen.

„Wir wissen natürlich, dass Wasserburg aktuell nicht in seiner besten Verfassung ist. Aber das ist nach wie vor ein Top-Verein mit großen Ambitionen und einem sehr gut besetzten Kader. Eine Chance haben wir nur, wenn wir ähnlich diszipliniert auftreten wie zuletzt gegen Bruckmühl, aber auch gegen Traunstein und Grünwald“, nimmt Jokic seine Schützlinge in die Pflicht.

− red