Passauerin in Hamburg erfolgreich
Zehn-Stunden-Flug und Quali-Hektik – aber Emilia Fritz rudert Richtung WM

04.06.2023 | Stand 15.09.2023, 0:48 Uhr |

Erschöpft, aber glücklich: Emilia Fritz (links) und Bootspartnerin Olivia Klotten blicken nach den Qualifikationsrennen hoffnungsfroh einer WM-Nominierung entgegen. −Foto: Bernd Rose

Sie hatte den Rückflug aus den Staaten in Kopf und Beinen, aber trotz eines satten „Jetlags“ hat sie es geschafft: Emilia Fritz (20) vom Passauer Ruderverein hat die interne Qualifikation in Hamburg erfolgreich bestanden und steht vor der Berufung für den Frauen-Achter des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV), der bei den U23-Weltmeisterschaften im Juli in Plovdiv / Bulgarien um die Medaillen kämpfen soll.

„Mal schauen, wie Emilia mit dem Hangover zurechtkommt“, hatte Fritz’ langjähriger Vereinstrainer Bernd Rose vor den Ausscheidungsrennen der Heimatzeitung gesagt. Aber Rose kennt die Entschlossenheit der Vize-Weltmeisterin und USA-Studentin zu gut, als dass er sich ernsthafte Sorgen um ihre Konkurrenzfähigkeit gemacht hätte. Und Emilia Fritz ließ einer möglichen Enttäuschung auch gar keinen Raum: Zusammen mit ihrer USA-Mitstudentin Olivia Kotten aus Neuss ruderte die Passauerin in den Kleinboot-Vergleichen von Hamburg ins Finale, wo das niederbayerisch-westfälische Duo Platz drei belegte – und sich damit nachdrücklich für einen Platz im deutschen WM-Großboot empfahl.

Mit der sich abzeichnenden erneuten WM-Teilnahme belohnt sich Emilia Fritz für einen echten interkontinentalen Reisesprint, den sie für die Tage in Hamburg auf sich genommen hatte. Am Sonntag hatte sie zusammen mit Teamkollegin Kotten in den USA noch das letzte Rennen für ihr Universitäts-Team in Ohio bestritten, am Montag saßen die beiden im Flieger, um sich am Dienstag in Neuss erstmals mit ihrem Boot vertraut zu machen und sich nur zwei Tage später in Hamburg in den Kampf ums Finale zu stürzen. Entspannter wird es jetzt auch nicht werden. Ab Mittwoch wartet in Rostock schon die erste Verbands-Maßnahme auf die hoffnungsvollen WM-Teilnehmer.