Nach langem Rätselraten
Gartenschau-Besucher: Eine Zahl für Freyung ist da

21.11.2023 | Stand 22.11.2023, 6:09 Uhr |

Einen blühenden Geyersberg gab es in diesem Sommer. Um die Besucherzahlen gab es lange Rätselraten. − Foto: Jahns

Es gibt jetzt eine Zahl: 324.900. Diese Zahl nannte Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich nach der Anfrage der BGStuL-Fraktion in der Stadtratssitzung am Montagabend. Die Ziffern benennen – nach mehrfacher Anfrage – die Anzahl der Besucher auf der Gartenschau in Freyung. Jedoch, wie Heinrich betonte, mit einem großen Aber.



Denn diese Zahl habe man nun auf der gleichen Grundlage berechnet wie die Gartenschau-Städte in all den Vorjahren. Und diese Grundlage, so Heinrich, ergebe wiederum nur eine ungenaue Zahl. Deshalb habe man eigentlich keine genaue Besucherzahl bekannt geben wollen. Denn bislang seien die Zahlen stets so errechnet worden, dass man bei den Dauerkartenbesitzern nur eine Schätzgröße angenommen habe: Nämlich, dass sie einmal pro Woche zur Gartenschau gegangen sind. Legt man also diese Schätzung plus die normalen Tageskarten, plus die gratis Eintrittskarten etwa für auftretende Kinder zugrunde, dann komme man für die Freyunger Schau auf die knapp 325.000 Besucher im LGS-Zeitraum von 25. Mai bis 3. Oktober.

„Den Steuerzahler interessieren die wirtschaftlichen Ergebnisse“



Bürgermeister Heinrich ließ in der Sitzung deutlich erkennen, dass ihn die öffentlichen Nachfragen nach den Besucherzahlen stören. „Was den Steuerzahler interessiert, sind die wirtschaftlichen Ergebnisse.“ Und hier liege man etwa bei den Einnahmen der LGS über den Erwartungen. Die Geheimhaltung der Besucherzahlen, so Heinrich, gehe auf eine Empfehlung der früheren, langjährigen Geschäftsführerin der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, Dagmar Voß, zurück. Sie habe, so Heinrich, den Verantwortlichen dazu geraten, den Fokus auf das am Geyersberg Geschaffene zu legen, da die früheren, erhobenen Zahlen der Gartenschauen eben nicht mit denen in Freyung, die erstmals exakt erfasst wurden, vergleichbar seien.

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Muthmann: „Gibt keinen Anlass zur Geheimhaltung“

Die BGStuL-Fraktion rund um Alexander Muthmann im Stadtrat hatte in ihrem Antrag zur Offenlegung der Zahlen zuvor argumentiert, dass es „keinen Anlass zur Geheimhaltung“ gebe. Vor allem diene es überregionalen Interessenten als Orientierungswert und es mache einen seltsamen Eindruck, wenn bei Auflistungen aller Gartenschau-Städte nur bei Freyung keine Angabe zu den Besucherzahlen vorhanden sei.

Auf der allgemeinen Homepage der Bayerischen Gartenschauen ist beispielsweise bei Waldkirchen als Besucherzahl 230.000 angegeben (das war damals eine Kleine Gartenschau, die nur gut zwei Monate dauerte, nämlich mit einem Austragungszeitraum von 29. Juni bis 2. September 2007), bei Tirschenreut (29. Mai bis 25. August 2013) werden beispielsweise 260.000 Besucher aufgelistet, bei Deggendorf 805.000 Besucher (25. April bis 5. Oktober 2014), bei Burghausen 910.000 Besucher (23. April bis 3. Oktober 2004).


Ein ausführlicher Bericht dazu folgt.