Grafenau
Nur kurz Lebenshilfe-Chef: Ex-CSU-MdL Max Gibis hat nach zwei Monaten gekündigt

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 15:02 Uhr |

Nach nur kurzer Zeit als Geschäftsführer der Lebenshilfe steigt Ex-CSU-MdL Max Gibis wieder aus. − F.: Archiv

Nach zwei Monaten ist schon wieder Schluss: Der frühere MdL und langjährige Mauther Bürgermeister Max Gibis hat als Geschäftsführer der Lebenshilfe Grafenau e.V. gekündigt.



Es war am Wochenende unüberlesbar – zumindest für die, die sich für den Stellenmarkt in der Heimatzeitung interessierten: Die Lebenshilfe Grafenau e.V. sucht einen „Geschäftsführer (m/w/d)“, wie es dort hieß. Und der in Regionalangelegenheiten interessierte Leser fragte sich zugleich: Wieso das denn – dieser Posten wurde doch erst vor kurzem mit einem prominenten Gesicht besetzt? Erst am 30. Oktober war der frühere MdL und langjährige Mauther Bürgermeister Max Gibis als neuer Geschäftsführer vorgestellt worden als Nachfolger des zu Jahresende in den Ruhestand gegangenen Helmut Denk. Und jetzt sucht man für Denks Nachfolger nach zwei Monaten schon wieder einen Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin?

„Stimmt – ich werde die Lebenshilfe wieder verlassen“, sagte Max Gibis am Montag von der PNP auf die Stellenanzeige angesprochen. Das Ende seiner nur kurzen Geschäftsführer-Tätigkeit soll bereits Ende Februar sein. „Es hat aber nix mit der Arbeit zu tun und schon gar nix mit den Kolleginnen und Kollegen. Ich bin als Geschäftsführer super gut aufgenommen worden“, sagt der langjährige Regionalpolitiker, der von 2005 bis 2013 Rathaus-Chef in Mauth und danach zehn Jahre CSU-Abgeordneter war, ehe er bei der vergangenen Landtagswahl im Oktober als Listenkandidat den Wiedereinzug verpasste.

„Mir geht einfach ab, dass ich draußen bin“



„Es sind persönliche Gründe“, holt Gibis mit Blick auf Kündigungsgründe und auch Alternativen aus. „Mit geht einfach ab, dass ich draußen bin und unterwegs bin. Ich war 20 Jahre gewohnt, dass ich alle zwei Stunden einen anderen Termin gehabt habe. Das war ein ganz anderer Rhythmus“, sagte der 50-Jährige gegenüber der PNP und ließ raushören, dass er mit dem bürolastigen 8-Stunden-Tag eher etwas fremdelt.

„Ich werde die Lebenshilfe schweren Herzens wieder verlassen und jetzt nach längerem Darüber-Schlafen ein anderes Angebot annehmen“, sagte Gibis. Bei seinem neuen Arbeitgeber wird er voraussichtlich ab 1.Juni im ostbayerischen Raum – Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken – engagiert und vor allem auch viel unterwegs sein. Es handele sich dabei um „einen großen Konzern mit Hauptsitz in Österreich, der europaweit aktiv ist“, verrät der Mauther, der gelernter Banker ist und am morgigen Dienstag 51 Jahre alt wird.

Suche „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“



In der Stellenanzeige vom Samstag suchte der Verein Lebenshilfe, der in der Region als Träger ambulanter und teilstationärer Einrichtungen sowie des gemeinschaftlichen Wohnens für erwachsene Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung wirkt, eine(n) Geschäftsführer(in) „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Bei der letzten Bewerbungsrunde, bei der Max Gibis den Zuschlag erhielt, waren nach PNP-Informationen insgesamt acht Bewerbungen eingegangen. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass so manche(r) davon knapp ein halbes Jahr später jetzt erneut ein Schreiben aufsetzt...

Wie der Innernzeller Bürgermeister Sepp Kern in seiner Funktion als Vorsitzender der Lebenshilfe e.V. auf Anfrage mitteilte, habe Gibis das Gremium letzte Woche in einer Sondersitzung von seinen Plänen informiert. Bis man einen Nachfolger gefunden habe, helfe der frühere Lebenshilfe-Vorsitzende Helmut Denk, übergangsweise die Amtsgeschäfte zu führen.