Musical aufgeführt
Landgraf-Leuchtenberg-Realschule Osterhofen begeistert mit dem Musical „Luggis Tagebuch“

Bürgermeisterin Sedlmeier lobt Gemeinschaftsleistung: „Das hat es hier noch nicht gegeben“

14.05.2023 | Stand 16.09.2023, 22:08 Uhr |
Diana Millgramm

Gemeinsam spielen sie viele Streiche: Luggi alias Elias Söldner und sein Freund Fritz, dargestellt von Simon Pirkl.

Einen unterhaltsamen und vor allem amüsanten Musicalabend haben die Besucher in der voll besetzten Osterhofener Stadthalle erlebt: Die Schüler der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule führten am Freitag das Musical „Luggis Tagebuch“ von ihrem Lehrer Kersten Wagner auf. Gestaltet ist die Geschichte rund um den Bauernbuben Luggi nach einer Buchvorlage des Osterhofener Autors Peter Mühlbauer.

„Die Kinder lernen dabei fürs Leben“

Direktor Andreas Schaffhauser sparte in seiner Begrüßung nicht mit Vorschusslorbeeren: Nicht nur für die tollen Songs, die von Balladen bis hin zu peppigen Stücken reichten, sondern vor allem auch für die Kinder, die so toll geprobt hätten. „Ob Theatergruppe, Schulchor, die Klasse 6c und die Solisten – wir freuen uns drauf!“ Er sehe aber nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Prozess des monatelangen Probens. „Die Kinder lernen dabei fürs Leben, auch dass alle zusammen gut sind, aber dafür auch jeder Einzelne wichtig ist.“ Die Schule könne so dazu beitragen, die Kinder zu verantwortungsbewussten Personen zu erziehen. Zuletzt bedankte er sich bei Schirmherrin und Bürgermeisterin Liane Sedlmeier, die nicht nur finanziell zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen, sondern auch den Spielort zur Verfügung gestellt habe.

Der ging dann auch das Herz auf, als sie die gut besuchte Stadthalle sah. Sedlmeier habe sehr freudvoll die Schirmherrschaft übernommen: „Ein Gemeinschaftsprojekt der ganzen Schulfamilie mit so einem Aufwand, das hat es hier noch nicht gegeben.“ Für Lacher sorgte sie mit einer Anekdote aus der Schulzeit ihres Mannes, der die Landgraf-Leuchtenberg-Realschule besucht hatte. Auch zu seiner Zeit habe man ein Theaterstück aufgeführt – und hinterher im Hotel Pirkl den Erfolg gefeiert. „Die Rechnung ging an die Schule und der ganze Erlös des Stückes reichte nicht, um sie zu bezahlen.“ Sie riet den Schülern davon ab, dies nachzumachen – außer es springt hinterher auch eine Discoveranstaltung raus, wie damals, um die Kosten dann doch decken zu können, warf sie mit einem Zwinkern ein.

Nach einem wunderbaren musikalischen Einstieg von „The Lucky Luggis“ mit Katrin Anthofer (Akkordeon), Leon Bartscht (Drums), Simon Korotkow (Gitarre), Heike Mandl (Querflöte) und Severin Sieber (Klavier) lernen die Zuschauer den Luggi (Lisa Brunner) kennen.

Dorfleben, Streiche und Gruselgeschichten

Also zumindest den, der immer so schöne Aufsätze schreibt, wie der Lehrer sagt, und sich deshalb entscheidet, Tagebuch zu führen. Natürlich in Hochdeutsch, damit ihn auch jeder versteht. Luggi wächst in den 50er Jahren auf dem Hof seiner Eltern auf. „Luggis Tagebuch“ eignet sich vor allem deshalb so gut für eine Schulaufführung, da es den Zeitraum eines Bauernjahres vom Herbst bis zum nächsten Herbst abdeckt, was dem Verlauf eines Schuljahres entspricht. Luggi hält im Tagebuch fest, was im Laufe des Jahres so im Dorf passiert – ob Festtage, der Unterricht bei Lehrer Heinrich (Victoria Weber), die Gruselgeschichten der Großmutter (Luzie Röckl), die die Kinder nachhaltig beeindrucken, oder die Streiche, die er mit seinem Freund Fritz (Simon Pirkl) spielt. Beim Luggi ist immer was los.

Das Ganze erfahren die Zuschauer aber nicht nur aus den Tagebucheinträgen des Burschen, sondern auch auf der Bühne, auf der Elias Söldner die Rolle übernimmt und passende Stücke, die Wagner komponiert und bearbeitet hat, vorträgt. Der Schulchor und der Chor der Klasse 6a kommentieren die Handlung und greifen auch gerne als Mitspieler ins Geschehen ein, wie in der Schule oder auch beim Fasching, wobei richtige Partystimmung in der Stadthalle aufkommt. Das Besondere: Die Jugendlichen reden und singen in ihrer heimatlichen Osterhofener Mundart. Ganz natürlich, wie sich Wagner im Programm erfreut äußert.

Autor Mühlbauer ist „richtig begeistert“

Für Lacher sorgt jedes Mal der Vater, gespielt von Matteo Cimino, der mit einem sympathischen Sprachfehler seine Weisheiten auf der Bühne zum Besten gibt. Toll sind auch die Geschehnisse, die neben dem Spiel der Schüler auf der Bühne für besondere Atmosphäre sorgen, wie das Einnebeln des Saals während der Gruselgeschichten der Großmutter oder coole Videoanimationen, als der dumme Totengräber (Hannah Winnerl) den Sarg der alten Bichlerin aus dem gefrorenen Boden sprengt. Wunderbare szenische Bilder von Autor Peter Mühlbauer auf Leinwand bereichern das Musical.

Der ist auch schon in der Pause hin und weg von der Leistung der Schüler. „Also ich bin richtig begeistert“, gibt er zu. „Ich bin total stolz, dass aus meinem Buch so etwas entstanden ist, das ist etwas ganz Besonderes – und die Stimmung ist super.“ Das zeigt sich auch beim ungewöhnlichen Sprechgesang-Kanon, mit dem die zweite Hälfte eröffnet wird und für einen großen Sonderapplaus sorgt. Und wenn Lehrer Heinrich ausrastet und sich fragt, ob man hier in der Dorf- oder Baumschule sei, können auch die im Hintergrund stehenden Chorsänger sich ein Lachen nicht verkneifen.

Weil an diesem Abend einfach alles passte, konnten sich am Ende die vielen Beteiligten, die zum Gelingen beigetragen hatten, auch über nicht enden wollenden Applaus freuen.