Am Jagersteig
Student gerät in Bergnot: Rettung vom winterlichen Hochstaufen

21.11.2022 | Stand 19.09.2023, 3:57 Uhr

Mit dem Zug aus Wien angereist, ging der Student nach seiner Internet-Recherche auf den Staufen. Die Schneeverhältnisse zwangen den 20-Jährigen zum Notruf. −Foto: BRK

15 Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing haben am Samstagabend einen unverletzten 20-jährigen internationalen Studenten aus Wien gerettet, der am winterlichen Hochstaufen-Jagersteig in Bergnot geraten war.



Der junge Mann hatte den Aussichtsgipfel bei seiner Internet-Recherche als schönsten in den Berchtesgadener und Salzburger Bergen ermittelt, war mit dem Zug angereist und um 11 Uhr am Vormittag bei trockener und zeitweise auch sonniger Witterung zu Fuß aufgebrochen, teilt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in seinem Bericht mit.

Steig im Neuschnee nicht mehr gefunden

Mit zunehmender Höhe fand er bei bis zu 20 Zentimeter hohem Neuschnee der vergangenen Tage den Verlauf des Steigs im alpinen Gelände nicht mehr. So brauchte er wesentlich länger als geplant für den Aufstieg. Am späten Nachmittag und am frühen Abend verschlechterte sich die Sicht bei einsetzender Dunkelheit durch einen Schneesturm, vor dem der im Wind frierende 20-Jährige dann in rund 1490 Metern Höhe oberhalb des Steigs in einer Felsnische Schutz suchte. Als der Notruf gegen 18.30 Uhr bei der Leitstelle in Traunstein einging, war zunächst unklar, wo sich der junge Mann genau am Hochstaufen befindet, so das BRK.

Im Rückruf und per Kurznachrichtendienst kristallisierte sich dann der Steig über den Steinernen Jäger heraus. Elf Bergretter fuhren über die Baumannstraße an und stiegen in zwei Gruppen über die Nordostseite und die verfallene Hockeralm auf, wobei sie nach rund zwei Stunden Rufkontakt herstellen konnten.

Sie versorgten den frierenden, aber unverletzten 20-Jährigen und brachten ihn seilgesichert durch das stellenweise absturzgefährliche, matschige und rutschige Gelände bis zum Fahrzeug und dann ins Tal, wo die Bergwacht ein Hotel für die Nacht organisiert hatte. Die Rettungsaktion dauerte gute fünf Stunden.

− red