Deggendorf
Nach Chemie-Verbot: Großeinsatz gegen Unkraut am Friedhof - Video

04.07.2018 | Stand 20.09.2023, 22:12 Uhr |

Mit Unkrauthacken holen die Männer der Stadtgärtnerei Löwenzahn und andere Pflanzen aus dem Kies. Der größte Teil der Arbeit ist bereits erledigt – bis es wieder regnet und das Unkraut dann erneut sprießt. − F.: Binder/Siedersberger

Warum verkommt der Friedhof so? Diese Frage mussten sich die Zuständigen in der Deggendorfer Stadtverwaltung seit dem Frühjahr immer wieder anhören. Auf den Kiesflächen zwischen den Gräbern wuchs das Unkraut zum Teil kniehoch. "Es ist verständlich, dass die Leute meinen, wir tun nichts", sagt Ordnungsamtsleiter Karlheinz Löfflmann. Das Gegenteil sei aber der Fall: Mit einem viel größeren Aufwand als in den vergangenen Jahren kämpft die Stadt gegen das Unkraut. Doch die Waffen in diesem Kampf haben sich geändert: Seit heuer darf die Stadt keine chemischen Mittel mehr einsetzen. Die Unkrautbekämpfung wird so zur Sisyphusarbeit: Ist man am einen Ende fertig, grünt es am anderen schon wieder.

Am effektivsten war der Kampf gegen die unerwünschten Kräuter mit dem Wirkstoff Glyphosat: "Der wirkt wurzeltief", weiß Bauhofleiter Franz Siedersberger. Das heißt: Die Pflanze ist nach dem Spritzen tot. Doch die Ausnahmegenehmigung, Glyphosat auf den Friedhöfen einzusetzen, hat die Stadt schon vor einigen Jahren vom zuständigen Landwirtschaftsamt nicht mehr bekommen, berichtet Siedersberger. Aber bis voriges Jahr durfte sie noch Mittel mit Pelargonsäure verwenden. Die wirken zwar nicht wurzeltief, aber bei regelmäßigem Einsatz konnte das Unkraut in Schach gehalten werden – "mit einem überschaubaren Personaleinsatz", sagt Siedersberger.

Doch seit Anfang des Jahres dürfen überhaupt keine Unkrautmittel mehr auf Flächen ausgebracht werden, die für die Öffentlichkeit gedacht sind. Die Stadt hat nun nur die Möglichkeit, das Unkraut mechanisch, also mit Hacken, aus dem Kiesboden zu holen. Die Beschäftigten des Friedhofs haben keine Chance hinterher zu kommen, betont Ordnungsamtsleiter Löfflmann. Schließlich sei die Pflege nicht deren Hauptaufgabe. Deshalb hilft seit Anfang voriger Woche der Bauhof mit zehn Mann der Stadtgärtnerei. Ein Großteil des Friedhofs ist mittlerweile wieder in einem ansehnlichen Zustand.

Der Einsatz gegen das Unkraut im Video:
(Video: Binder/Schnitt: Reiter)



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