Plattling
Wie es ist, nicht hören zu können

25.04.2018 | Stand 18.09.2023, 2:44 Uhr |

"Gehörlos ist nicht sprachlos", – so lautete der Titel einer Veranstaltung mit mehreren Vorträgen am Dienstag, 24. April, in der Berufsschule St. Erhard in Plattling. Initiatorin des Programms war Irmgard Badura, die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Sie gab zusammen mit dem Studiengang Gebärdensprachdolmetschen der Hochschule Landshut Einblicke in eine Sprach- und Minderheitskultur.

In ihrem Vortrag betonte Badura, sie freue sich, dass auch so viele nicht hörende Menschen gekommen seien. Für diese wurde ihre komplette Rede in die Gebärdensprache übersetzt. Weitere Programmpunkte waren die Reden von Staatsminister Bernd Sibler, den Professorinnen Uta Benner und Sabine Fries, Schulleiter Stephan Eichinger und dem Schulleiter der Gehörlosenschule in Straubing, Fritz Geisperger. Einen praktischen Beitrag lieferten die Studenten der Hochschule Landshut,

"In meinem Büro hängt ein Bild mit einer Brücke drauf", stieg Irmgard Badura in ihren Vortrag ein. Da sie selbst durch ihre Sehbehinderung die Brücke nicht sehen könne, habe sie sich das Bild beschreiben lassen, erklärte sie. Trotzdem sehe die Brücke in ihrer Vorstellung bestimmt anders aus als in Wirklichkeit. Irmgard Badura sagte, sie wolle mit dieser Veranstaltung auch eine Brücke schlagen: Von der Welt der Gehörlosen zu der Welt der Hörenden. "Der Weg muss gemeinsam gegangen werden", appellierte Badura.
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