„Todesfasten“ im Gefängnis
Nach 35 Tagen: Ex-Oberst aus dem Bayerwald beendet Hungerstreik

Er soll der Reichsbürger-Szene angehören: Maximilian E. sitzt wegen Terrorverdachts in Haft

23.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:38 Uhr |

Ex-Oberst Maximilian E. aus dem Landkreis Freyung-Grafenau, seit Februar in deutscher Haft, hat sein „Todesfasten“ beendet. −Foto: Schreyer/imago

Das „Todesfasten“ ist vorbei: Ex-Oberst Maximilian E. aus dem Landkreis Freyung-Grafenau, der wegen Terrorverdachts im Zusammenhang mit der Reichsbürger-Szene in Haft sitzt, hat seinen Hungerstreik nach 35 Tagen beendet.



Mehr als einen Monat lang hatte der ehemalige Bundeswehr-Oberst aus Protest gegen seine Inhaftierung einen Hunger- und Durststreik abgehalten. Sein Zwiesler Strafverteidiger, Alois Fuggenthaler, berichtete bereits Ende April von einer „dramatischen“ Situation. E. wolle mit diesem „Todesfasten“ aus dem Leben scheiden, erklärte er damals.

Begonnen hatte der mutmaßliche Reichsbürger aus Eppenschlag seinen Hungerstreik am 12. April in der JVA Landshut. Anschließend wurde er ins Bezirkskrankenhaus (BKH) Landshut gebracht. Mittlerweile sitzt er in der JVA Stadelheim. Dort beendete E. am 17. Mai um 13 Uhr seinen Hunger- und Durststreik, wie der Anwalt nun dem BR bestätigte. Als Grund gab Fuggenthaler eine drohende Zwangsernährung an. Die habe der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (BGH) anordnen wollen.

Reichsbürger-Verdacht: Ex-Oberst verweigert in Haft 35 Tage lang Essen – und Trinken?



Kann ein Mensch 35 Tage ohne Wasser überleben? „Hin und wieder“ habe E. den Mund ausgespült, sagt der Anwalt. Sein Mandant habe keine gesundheitlichen Probleme oder Vorerkrankungen. Deshalb habe der Ex-Oberst den Hungerstreik so lange ertragen, erklärte Fuggenthaler dem BR weiter. Jedoch habe E. mit Schwindel und Schwächeanfällen zu kämpfen gehabt. Gegen Ende des Streiks habe seine Körpertemperatur nur noch 35 Grad betragen, heißt es. Nach 35 Tagen und sechs Stunden erhielt E. laut dem BR-Bericht drei Tage lang Astronautennahrung.

E. war am 7. Dezember 2022 in einem Hotel im italienischen Ponte San Giovanni festgenommen worden. Er soll 25 Verdächtigen aus der Reichsbürger-Szene angehören. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein oder diese zu unterstützen. Die Reichsbürger-Gruppe wollte demnach das politische System der Bundesrepublik stürzen. Der Oberst a.D. ist kein Unbekannter in der Querdenker-Bewegung. Er soll dem Führungsstab des militärischen Arms im Reichsbürger-Netzwerk angehört haben.

− jra