Ehrenamt
Feuerwehr Bierhütte hat eine neue Fahnenmutter

03.11.2023 | Stand 03.11.2023, 16:09 Uhr |

Blumen als Anerkennung: 1. Kommandant Stefan Wagner (v.l.), Fahnenmutter Marion Scharringer und 1. Vorstand Michael Petzi.

Nach altem Brauch hatten sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bierhütte (Landkreis Freyung-Grafenau) unter Führung der Vorstandschaft vor dem Anwesen von Marion Scharringer, ihrer künftigen Fahnenmutter, versammelt. Beim traditionellem Fahnenmutterbitten sollte sie zur Übernahme dieses wichtigen Ehrenamtes bewegt werden, nachdem die bisherige Fahnenmutter Maria Küblböck nach 35 Jahren von ihrem Amt zurückgetreten war.

Nach der Begrüßung hatte Marion Scharringer bereits die erste Aufgabe für den 1. Vorstand Michael Petzi und den 1. Kommandanten Stefan Wagner vorbereitet. Gemeinsam mussten sie einen Baumstamm zersägen, der den Zugang zum Haus versperrte. Nach getaner Arbeit und einem Stärkungstrunk wurde die Fahnenmutterkandidatin mit einer Pferdekutsche, begleitet von der Blaskapelle Schönbrunn sowie zahlreichen Feuerwehrmitgliedern, zum Feuerwehrhaus nach Unterkashof gefahren.

Dort baten der 1. Vorstand und der 1. Kommandant sie offiziell zur Übernahme des Amtes. Da für das Jahr 2026 die 130-Jahr-Feier mit Fahnenweihe geplant ist, war eine Fahnenmutter auch hierfür unerlässlich. Als kleinen Anreiz überreichten sie ihr, abweichend vom obligatorischen Blumenstrauß, einen Apfelbaum, der sie lange Jahre an diesen Tag erinnern solle.

Etliche Aufgaben zu bewältigen



Marion Scharringer erbat sich natürlich noch Bedenkzeit und stellte der Vorstandschaft etliche Aufgaben, mit deren Bewältigung sie von der Übernahme dieses Amtes überzeugt werden sollte. Leicht hatte sie es der Vorstandschaft nicht gemacht. Gespannt verfolgten die Feuerwehrler, wie sich ihre Vorstandschaft bei der Lösung der Aufgaben schlug.

Die zukünftige Fahnenmutter moderierte die anstehenden Aufgaben gänzlich in Reimform und zeigte ihre außergewöhnlichen rhetorischen Fähigkeiten. Zwischen den Aufgaben unterhielt das „Kreuzberger Trio“ die Anwesenden musikalisch und sorgte so für gute Stimmung. Als erste Hürde mussten einige Vorstandsmitglieder gegenseitig mit einem Seil Rettungsknoten fertigen. Dies gelang den geübten Feuerwehrlern natürlich ohne Mühe.

Mindestens 15 Bierkisten stapeln



Dass sich keiner durch fehlende Anwesenheit einer Aufgabe entziehen konnte, wurde anschließend aufgezeigt. Der stellvertretende Jugendwart Nico Zelzer, zu dem Zeitpunkt im Urlaub auf Mallorca, sollte in einem gezeigten Video von dort aus die anwesenden Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr zum gemeinsamen Singen und Tanzen auffordern. Hierbei wurde er dort von zwei Animateurinnen unterstützt. Auch das klappte ohne Probleme.
Die nächste Aufgabe war schon schwieriger. Jeder kennt Bierkistenstapeln. Hier mussten zwei Vorstandsmitglieder die leeren Kästen jedoch waagerecht aneinanderdrücken. Dabei erhielten sie Unterstützung von zwei Helfern. 15 Kisten sollten es schon sein. Am Ende brach der waagrechte Turm erst nach 20 angesetzten Bierkisten auseinander.

Feuerwehrauto imitieren und Hymne singen



Nun war die gesamte Vorstandschaft gefordert. Auf Stühlen verteilt, mussten sie ein Feuerwehrauto in einzelnen Teilen sowie die dazugehörige Mannschaft imitieren. Marion Scharringer erzählte die Geschichte einer Übungsfahrt und jeder Beteiligte sollte seine Funktion durch vorher festgelegte Gesten, Bewegungen und Laute darstellen. Dies klappte natürlich nicht stets auf Anhieb und trug so zur allgemeinen Erheiterung bei.
Auch die Gemeinsamkeit in Tradition und Gesang überprüfte die angehende Fahnenmutter. Die Vorstandschaft sang in Einigkeit die Hymne „Mir san vom Woid dahoam“. Der ganze Saal stimmte dann in das Lied mit ein.

Unter Beifall sagte die neue Fahnenmutter zu



So kam es nochmals zur Bitte der Übernahme der Fahnenmutterschaft. Die beiden Vorstände und beide Kommandanten trugen, auf einem Holzscheit kniend, flehentlich ihre Bitte vor. Hier wurden sie von der gesamten Vorstandschaft flankiert, die auf ebensolchen Holzscheiten knien musste.

Letztendlich ließ sich Marion Scharringer erweichen und sagte unter Beifall zu, künftig als Fahnenmutter der Freiwilligen Feuerwehr Bierhütte zu amtieren. Auch dankte sie ihrem Ehemann, ihrer Familie und allen, die bei der Vorbereitung und Verwirklichung der Veranstaltung mitgewirkt hatten. In einer Rede bedankten sich 1. Vorstand Michael Petzi und 1. Kommandant Stefan Wagner bei der neuen Fahnenmutter für die Amtsübernahme. Sie überreichten ihr als Anerkennung eine prachtvolle Statue des Heiligen St. Florian.

− pnp