Deggendorf

Pop Art in der Stadtgalerie

05.04.2022 | Stand 05.04.2022, 15:49 Uhr

James Francis Gill bei der Arbeit in seinem Atelier. Er zeigt seine Werke bis 26. Juni in der Stadtgalerie im Stadtmuseum. Am Donnerstag ist Vernissage. −Foto: Premium Modern Art

Der texanische Künstler James Francis Gill – eine der letzten lebenden Pop Art-Legenden – zeigt in der Stadtgalerie im Stadtmuseum Werke aus der Reihe "60 Jahre Women in Cars". Die Ausstellung ist von Freitag, 8. April, bis zum 26. Juni zu sehen. Bei der Vernissage am Donnerstag um 19 Uhr wird Gill dabei sein.

"James Francis Gill – 60 Jahre Women in Cars": Anlässlich des 60. Jubiläums dieser Reihe nehmen Gills ausdrucksstarke Arbeiten die Betrachtenden mit in die Welt der Paparazzi des alten Hollywoods und schlagen gleichzeitig den Bogen zu den modernen (Selbst-)Darstellungen im digitalen Raum. Zwischen Abstraktion und Realismus spielt Gill in seinen Darstellungen mit Authentizität und Inszenierung und schafft es, den Geist der 60er Jahre in eine moderne Formensprache zu übersetzen.

Der 1934 im texanischen Tahoka geborene Künstler entdeckte früh seine Leidenschaft für Kunst. 1962 zog es ihn nach Los Angeles, im selben Jahr fand seine erste Einzelausstellung in New York statt. Daraus resultierte der Ankauf zweier Werke durch das Museum of Modern Art – "Marilyn Triptych" (1962) und "Woman in Striped Dress" (1962); letzteres zeigt eine Frau, die aus einem Auto steigt. Museen wie das Whitney, das Smithsonian American Art Museum oder die Stiftung Ludwig nahmen Gill ebenfalls in ihre Sammlungen auf.

Gills "Women in Cars" ist ein Beispiel für Vielfalt und Beständigkeit. Die Bilder nutzen bekannte Formen, um neue Perspektiven zu eröffnen. Sie sind geheimnisvoll und dennoch kommunikativ. Still, wenn es sein muss, und laut, wenn man es nicht erwartet. Die Werke sind nicht brav, sondern frech, unartig und vorlaut.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Kunstforum Schloss Hohenstein – Teil der gemeinnützigen Oskar-Hacker-Stiftung – statt und bildet damit den Startschuss zu einer Zusammenarbeit, die hochkarätige Kunstschaffende nach Deggendorf holen wird. Oskar Hacker war ein gebürtiger Deggendorfer. Dem 2016 verstorbenen Stifter verdankt die Stadt die Sau Rosa in der Pfleggasse. Zudem wird regelmäßig der Oskar-Hacker-Preis an besonders erfolgreiche junge Sportlerinnen und Sportler verliehen. Das Kunstforum bringt mit Premium Modern Art und der privaten Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor namhafte Partner mit und hat sich die Förderung von Bildung, Kunst und Kultur auf die Fahnen geschrieben.

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