Beirat gegründet

Missbrauchsskandal: Passauer Bistum will Opfer in Aufarbeitung einbeziehen

16.12.2021 | Stand 16.12.2021, 20:10 Uhr

Der Passauer Dom. −Foto: PNP

In Passau kann nun ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs unternommen werden: Die Gründung eines unabhängigen Betroffenenbeirats. Das teilte das Bistum gestern mit.



Bereits seit einem Dreivierteljahr gibt es eine unabhängige Aufarbeitungskommission für sexuellen Missbrauch im Bistum. Bischof Stefan Oster hat damit einen Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz umgesetzt. Dessen Ständiger Rat hatte sich auf eine "Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland" geeinigt und beschlossen, unabhängige Aufarbeitungskommissionen in den 27 Bistümern einzusetzen.

Sieben Betroffene im Beirat

Nach mehrfachen Aufrufen haben sich sieben Betroffene in und außerhalb des Bistums gemeldet und sich bereit erklärt, im nun konstituierten Betroffenenbeirat mitzuwirken. "Ehrliche, transparente Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels kann uns nur mit dem schonungslosen Blick der Betroffenen und von ihnen her gelingen", ist Bischof Stefan Oster laut Mitteilung überzeugt. Er sei "froh und überaus dankbar dafür, dass Menschen, die durch Menschen der Kirche schlimmstes Leid erfahren haben, sich bereit erklären, in diesem Gremium im Bistum Passau mitzuwirken. Und wie wir leider erfahren mussten, sind auch in unserem Bistum wohl mehr Menschen betroffen als bisher öffentlich wurde."
Der unabhängige Beirat legt noch die Rahmenbedingungen und Arbeitsweisen fest, um später wichtige Impulse in Prävention und Aufarbeitung einbringen zu können. Zwei der Mitglieder arbeiten darüber hinaus auch in der unabhängigen Aufarbeitungskommission mit, um dort die Stimme der Betroffenen einzubringen und zu vertreten. Erreichbar ist der Betroffenenbeirat unter der Mail-Adresse: betroffenenbeirat@bistum-passau.de.

− pnp