Bad Birnbach/Landau

Abzocke: Was tun, wenn der Rohrreiniger 1200 Euro verlangt?

14.11.2018 | Stand 14.11.2018, 5:56 Uhr

Vorsicht ist in Sachen Rohrreinigung geboten: Auch in der Region sind Abzocke-Firmen unterwegs. −Symbolfoto: dpa

Auch schlechte Arbeit kann viel Geld kosten. Diese schmerzhafte Erfahrung mussten drei Niederbayern machen. Die Einzelfälle im Überblick:

-Die Toilette von Gabriele Franz aus Bad Birnbach ist verstopft. Im Telefonbuch sucht sie nach einem Rohrreiniger. Noch am selben Tag kommen – mit Verspätung – zwei Mitarbeiter. Als ihr Mann heimkommt, bricht er die Arbeiten nach knapp zweieinhalb Stunden ab. Die Monteure verlangen noch vor Ort 546 Euro – "obwohl nichts besser wurde". Am Ende zahlt Gabriele Franz bar. "Die wären sonst nicht gegangen", sagt sie.

- In eine ähnliche Falle tritt eine 47-Jährige aus dem Landkreis Dingolfing-Landau. Ein Anruf, 30 Minuten später ist der Arbeiter vor dem Haus. Der Monteur hält eine elektrische Bürste in das Rohr, der Dreck spritzt in den ganzen Keller. Danach verlangt er 583 Euro – "dabei waren vorher 69 Euro ausgemacht".

-Wie im ersten Beispiel ist wieder eine Toilette verstopft, diesmal die von Anne und Bernd Wetzel aus Landau. Der 78-Jährige schaut im örtlichen Telefonbuch nach. Einen Tag nach dem Anruf kommt ein Monteur. Der arbeitet zunächst zweieinhalb Stunden, verlangt dafür 1268 Euro. Damit aber noch nicht genug: "Er hat gesagt, dass er jetzt aufhört und die Arbeiten nur beendet, wenn wir nochmal 800 Euro zahlen", erzählt Anne Wetzel. An dieser Stelle bricht das Ehepaar die Arbeiten ab, zahlt die 1268 Euro aber.

Das raten Experten:
Esther Jontofsohn-Birnbaum, Fachberaterin für Verbraucherfragen bei der Bayerischen Verbraucherzentrale, hat für solche Szenarien einige Tipps. Zuerst einmal sollte man sich bei der örtlichen Installateur-Innung nach seriösen Anbietern erkunden, auf die man notfalls zurückgreifen kann. Außerdem sollten immer vorab die Preise besprochen werden. Würden die Kunden zu einer hohen Barzahlung gedrängt werden, sollte die Polizei eingeschaltet werden.

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