Unfälle im Berufsverkehr
Schneefall und glatte Straßen: Polizei zieht Bilanz - Unfallhotspot A9

16.12.2022 | Stand 08.06.2024, 2:37 Uhr

Schneefall und glatte Straßen haben am Freitag für Behinderungen im Berufsverkehr gesorgt. Meist blieb es jedoch bei Blechschäden. Bis Samstagmorgen soll es verbreitet immer wieder schneien.



Gefordert waren die Einsatzkräfte vor allem im Bereich des Polizeipräsidium Oberbayern Nord - insbesondere auf der A9. Kurz nach Mitternacht kam bei Schweitenkirchen (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) ein Sattelzug ins Schleudern. Ein dahinter fahrendere Lkw, der mit Feuerwerkskörpern beladen war, konnte nicht mehr bremsen und prallte in den Lkw. Die Autobahn musste zeitweise voll gesperrt werden. Nur wenige Kilometer entfernt, ereignete sich am Morgen ein weiterer Lkw-Unfall. Bei Allershausen kam ein Lkw auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen die Mittelleitplanke. Zwei Spuren mussten rund zwei Stunden lang gesperrt werden.

Mehrere Unfälle auf der A9



Gegen 6.45 Uhr kam zudem eine 31-Jährige aus dem Landkreis München, die auf der A9 in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs war, kurz vor dem Parkplatz Rohrbach-Ottersried ins Schleudern. Das Auto rutschte nach rechts über alle drei Fahrstreifen und prallte gegen die rechte Leitplanke. Es entstand ein Schaden von rund 11.000 Euro.

Auch abseits der Unfälle auf der A9 war die Verkehrslage im Großraum Ingolstadt schwierig. Allerdings blieb es meist bei kleineren Blechschäden, hieß es am Vormittag auf Nachfrage bei der Polizei. „Wenn man die Straßen sieht, hab ich mir das schlimmer vorgestellt“, sagte ein Sprecher am Morgen. Zwar waren einige Einsätze zu bewältigen, meist blieb es jedoch bei Blechschäden.

Schwerer S-Bahn-Unfall in Oberbayern

Besonders betroffen war die Münchner S-Bahnlinie 2 zwischen Erding, Petershausen und Altomünster (beide Landkreis Dachau). So fuhr eine S-Bahn der Linie in Markt Indersdorf (Landkreis Dachau) an einem unbeschrankten Bahnübergang gegen ein Räumfahrzeug. Dessen Fahrer wurde bei dem Unfall schwer verletzt, sein Fahrzeug wurde nach Angaben des Technischen Hilfswerks durch den Aufprall in zwei Teile gerissen. Der Zugführer erlitt einen Schock. Die 15 Fahrgäste in der S-Bahn blieben ersten Polizeiangaben zufolge unverletzt, die Strecke war über mehrere Stunden gesperrt.

Baum im Kreis Erding auf S-Bahn-Haltestelle gestürzt

Zuvor war in Wörth (Landkreis Erding) ein Baum an einer Haltestelle auf ein Bahngleis gestürzt und hatte dabei die Oberleitung heruntergerissen. Zwei Menschen, eine Frau und ein Ersthelfer, erlitten Stromschläge und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Ob die Esche wegen Schnees und Eis umfiel, war am Freitag zunächst unklar.

Lkw mit Feuerwerkskörpern kippt um



So auch bei einem weiteren Unfall mit einem Lkw, der Feuerwerkskörper geladen hatte. Zwischen Triefing (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) und Gurnöbach war der Lastwagen von der Fahrbahn abgekommen und auf die Seite gekippt. Kräfte der Feuerwehr konnten den 56 Jahre alten Fahrer unverletzt aus dem Lkw bergen. Erschwert wurde die Bergung durch die Ladung des Lkw: 150 Kilogramm Feuerwerkskörper transportierte dieser. Überprüft wird nun, ob der Lkw auch entsprechend gekennzeichnet war.

An B16-Steigung festgefahren



Um kurz vor 6 Uhr war ein 37-jähriger Kraftfahrer mit seinem voll beladenem Sattelzug auf der B16 in Richtung Ingolstadt unterwegs. An der Steigung des Burgwaldberg stellte sich der Sattelzug quer und fuhr sich fest. Ein Schaden entstand nicht, jedoch ließ sich das Gespann nicht mehr zurück auf die Fahrspur bringen. Ein Bergungsdienst musste anrücken. Die B16 war für zweieinhalb Stunden gesperrt.

Mit vier Personen im Auto auf B16 überschlagen



Nur wenig später der nächste Einsatz auf der B16 - dieses Mal bei Manching (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm): Ein 46 Jahre alter Autofahrer wollte gegen 6.45 Uhr auf dem zweispurigen Abschnitt in Richtung Regensburg einen Lkw überholen. Auf schneebedeckter Fahrbahn brach er den Überholversuch ab und kam ins Schlingern, als er sich wieder hinter dem Lastwagen einordnen wollte. Der Wagen brach nach rechts aus, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Alle vier Insassen konnten sich selbst aus dem Auto befreien - und blieben unverletzt. Der Sachschaden wird auf rund 7000 Euro geschätzt.

Zehn Unfälle in der Oberpfalz



Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in der Oberpfalz. Am Morgen waren die Straßen auch hier verbreitet schneebedeckt - die Folgen aber hielten sich auch hier in Grenzen. Zehn witterungsbedingte Unfälle zählte man am Morgen nach Angaben aus dem Polizeipräsidium. „Es geht schleppend dahin“, sagte ein Sprecher. „Es ist aber nichts Gravierendes“. So ist etwa auf der A93 bei Schwandorf ein Auto ins Schleudern geraten und gegen die Leitplanke geprallt. Die rechte Spur musste gesperrt werden. Verletzt wurde niemand.

Telefonmast in Niederbayern geknickt



In Niederbayern kam es im Lauf der Nacht zu insgesamt neun glättebedingten Unfällen, bei denen eine Person verletzt wurde, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums mitteilte. Für größere Probleme sorgte ein Vorfall in Windorf (Landkreis Passau), als ein Mann auf schneeglatter Straße gegen einen Telefonmasten rutschte, dieser umkippte und quer über der Straße liegenblieb. Der Mann blieb unverletzt. Im Landkreis Deggendorf wurde kurz nach Mitternacht eine 21-Jährige vom Eisregen überrascht. Sie rutsche bei Lalling in den Graben, blieb aber unverletzt. An ihrem Auto entstand allerdings erheblicher Sachschaden.

Blechschäden im südöstlichen Oberbayern



Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd kam es zu keinem erhöhten Unfallaufkommen aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse. Es wurden vor allem Blechschäden, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage.

Die Deutsche Bahn meldete nur vereinzelte Probleme im oberbayerischen Raum. „Wir sind relativ stabil unterwegs“, sagte eine Sprecherin. Am Morgen seien zwischen Freilassing und Berchtesgaden mehrere Züge ausgefallen.

− age/lai