Mit interaktiver Karte
Guide Michelin 2024: Die besten Lokale Bayerns gekürt – Neues Drei-Sterne-Restaurant in Grassau

25.04.2024 | Stand 26.04.2024, 15:49 Uhr |

Kulinarische Kunstwerke sind es, die Edip Sigl mit seinem Team in der Küche der „ES:SENZ“ schafft. Bei den Zutaten setzt er neben der Qualität auch auf Regionalität. − Foto: Das Achental

Einen Michelin-Stern zu erhalten gleicht im Restaurant-Fach einem Ritterschlag. Und auch heuer wieder ist dies vielen bayerischen Küchen gelungen. Eine Auswahl der besten südostbayerischen Lokale.



Um die bayerische Gastronomie ist es gut bestellt. Das ist bei der Verleihung der Michelin-Sterne am Dienstag in der Hamburger Handelskammer deutlich geworden. Fast 100 Sterne gingen in Summe in den Freistaat. Ein großes Lob vom renommierten Guide Michelin. Doch drei Restaurants mussten ihre hart erarbeiteten Auszeichnungen auch abgeben.

3 Sterne



Eine „wirklich herausragende Entwicklung“ hat Edip Sigl vom Restaurant „ES:SENZ“ im oberbayerischen Grassau (Landkreis Traunstein) vollzogen, lobten die Inspektorinnen und Inspektoren das einzige neue Drei-Sterne-Restaurant Deutschlands. Mit seiner „kontrastreichen und zugleich harmonisch umgesetzten kreativen Küche“ stieg das Restaurant nach nur zwei Jahren mit zwei Sternen nun ganz an die Spitze der internationalen Gastronomie auf. Auch das junge Restaurant „JAN“ in München, das im vergangenen Jahr aus dem Stand mit drei Sternen ausgezeichnet wurde, konnte seine Top-Bewertung verteidigen.

2 Sterne



Mit deutschlandweit insgesamt 50 Restaurants hält der 2-Sterne-Bereich im Vergleich zum Vorjahr seinen bemerkenswert hohen Stand. Drei Restaurants sind in der Selektion 2024 neu hinzugekommen. Zwei davon aus Bayern. Unter ihnen nimmt das KOMU in München laut dem Guide Michelin eine besondere Position ein, so schaffe das schöne Restaurant mitten in der Stadt schon kurz nach seiner Neuaufnahme in den Guide direkt den Sprung in die 2-Sterne-Liga. Ein Aufstieg von einem auf zwei Sterne gelingt dem Team des Berchtesgadener „PUR“. Das Michelin-Team lobt das „fantastische Degustationsmenü voller geschmacklicher Balance“, für das es den zweiten Stern gab. Verteidigen konnten ihre Sterne das „AURA“ von Fernsehkoch Alexander Herrmann und Tobias Bätz aus Wirsberg im oberfränkischen Landkreis Kulmbach, ebenso wie etwa das „Alois – Dallmayr Fine Dining“ und das „Tantris“ aus München.

1 Stern



Unter den 280 1-Stern-Restaurants der diesjährigen Auswahl befinden sich 32 neu ausgezeichnete Restaurants. Hervorzuheben seien beispielsweise das „Restaurant Residenz Heinz Winkler“ in Aschau im Chiemgau. „Hier führt ein neues Küchenteam einen echten Klassiker der deutschen Gastroszene zurück in die Sterne-Liga – unter der Leitung von zwei wohlbekannten Köchen: Stefan Barnhusen und Daniel Pape“, hieß es. Dem Haus waren nach dem Tod der Haute-Cuisine-Legende Heinz Winkler im vergangenen Jahr seine zwei Sterne gestrichen worden. Ein weiterer „alter Bekannter“ und nun neu besternt ist das „Schwingshackl ESSKULTUR“. Nach dem Umzug von Bad Tölz nach Bernried (Lkr. Deggendorf) setzen Erich und Katharina Schwingshackl nun hier ihre anspruchsvolle klassische Küche fort. Neu hinzugekommen sind außerdem das „restaurant/271“ in Burghausen (Lkr. Altötting) und das „edl.eins fine dining“ aus Deggendorf.

Sie durften ihren Stern behalten



Weiter mit einem Stern bewertet bleibt das ebenfalls aus Deggendorf stammende „[KOOK]36“, das Restaurant „Solo Du“ in Bischofswiesen (Lkr. Berchtesgadener Land) sowie das „Gourmet Restaurant im Karner“ und „Michaels Leitenberg“, die beide in Frasdorf (Lkr. Rosenheim) beheimatet sind. Aus dem Landkreis Mühldorf am Inn darf sich „Christian’s Restaurant – Gasthof Grainer“ in Kirchdorf wieder über einen Stern freuen, genau wie das „Buchner Welchenberg 1658“ aus Niederwinkling (Lkr. Straubing-Bogen), der „Huberwirt“ aus Pleiskirchen (Lkr. Altötting), die „Wachter Foodbar“ aus Prien am Chiemsee (Lkr. Rosenheim), „Oswald’s Gourmetstube“ aus Teisnach (Lkr. Regen) und das „Johanns“ aus Waldkirchen (Lkr. Freyung-Grafenau). Und auch der gebürtige Viechtacher Anton Schmaus, der Koch der deutschen Nationalmannschaft, konnte mit seinem Regensburger Restaurant „Storstad“ seinen Stern behaupten.

Bib Gourmand



Restaurants mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis werden mit dem Bib Gourmand ausgezeichnet. Neu in der Auflistung sind das „Kulturhof Stanggass – Gasthaus“ aus Bischofswiesen, „Zum Fischer am See“ aus Prien am Chiemsee und das „MundArt2015 im Gut Edermann“ aus Teisendorf (Lkr. Berchtesgadener Land). Behalten konnten ihren Eintrag im Restaurantführer „das asam“ aus Aldersbach und der „Landgasthof zum Müller“ aus Ruderting (beide Lkr. Passau) sowie der „Rait’ner Wirt“ aus Schleching (Lkr. Traunstein).

Grüner Stern



Weitere Gastronomen erhielten zwar keine Sterne für ihre kulinarischen Leistungen an sich, aber für ihr Bemühen um Nachhaltigkeit. 77 Grüne Sterne zählt die diesjährige Selektion bundesweit auf. 29 der auf diese Weise geehrten Häuser befinden sich im Freistaat. Dabei hätten Ressourcenschonung und ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln keine Einschränkungen auf den Genuss, betonten die Tester. Für ihre Nachhaltigkeit prämiert der Guide Michelin unter anderem das „Berchtesgadener Esszimmer“ und das „Lockstein 1“ aus Berchtesgaden, das „Moosleitner“ aus Freilassing (alle drei Lkr. Berchtesgadener Land) sowie das „Gut Steinbach“ aus Reit im Winkl und das „Landhaus Tanner“ aus Waging am See (beide Lkr. Traunstein).

Aberkannte Sterne



Aller Freude zum Trotz wurden auch heuer wieder Sterne gestrichen. Besonders hart traf es das Restaurant „Überfahrt“ in Rottach-Egern (Lkr. Miesbach). Nachdem Spitzenkoch Christian Jürgens wegen Ermittlungen gegen ihn ausgeschieden war, wurden dem Lokal alle drei Sterne aberkennt. Ähnlich erging es dem „Schwingshackls Esskultur Gourmet“ in Bad Tölz, nachdem das Gastronomen-Paar nach Bernried (Lkr. Deggendorf) umgezogen ist. Dort hat er sich nun wieder einen Stern erkocht. Und auch „Das Maximilians“ aus Oberstdorf (Lkr. Oberallgäu) schafft es nicht, seinen Stern zu verteidigen.