Bundesliga

Kimmich rettet Bayern: Später Münchner Punkt gegen Köln

24.01.2023 | Stand 25.01.2023, 10:05 Uhr

Kölns Linton Maina und Münchens Matthijs de Ligt (r) kämpfen um den Ball. links Münchens Alphonso Davies. −Foto: Sven Hoppe/dpa

Der FC Bayern kommt nach der WM-Pause nicht in Schwung. Gegen den 1. FC Köln muss sich der Tabellenführer erneut mit einem Remis begnügen. Ein Kunstschuss von Joshua Kimmich hat die Serienmeister des FC Bayern vor einem wuchtigen Fehlstart 2023 bewahrt.



Vier Tage nach dem 1:1 in Leipzig rettete der Nationalspieler den Münchnern mit seinem Tor in der 90. Minute ein 1:1 (0:1) gegen den leidenschaftlich spielenden 1. FC Köln. Beflügelt vom 7:1 gegen Werder Bremen konnten die couragiert auftretenden Kölner am Dienstag nach dem frühen Tor von Ellyes Skhiri (4. Minute) lange auf den nächsten großen Sieg hoffen, ehe die Bayern doch noch zuschlugen.

Dem Titelkampf der Fußball-Bundesliga hauchten die Rheinländer trotzdem neue Spannung ein. Halbzeit-Meister FC Bayern befindet sich drei Wochen vor dem großen Achtelfinalduell mit Paris Saint-Germain und Weltmeister Lionel Messi weit entfernt von Champions-League-Form.

Während Yann Sommer vor 75 000 Zuschauern in der Allianz Arena seine erste Niederlage als Bayern-Torwart erlebte, war FC-Keeper Marvin Schwäbe mit mehreren Paraden ein Garant des Kölner Punktgewinns. In der 80. Minute rettete er spektakulär beim Kopfball des erneut spät eingewechselten Thomas Müller.

Bei Eckball schwach verteidigt



Vor dem Anpfiff richteten sich die Objektive der Fotografen auf Ex-Weltmeister Müller, der erneut auf der Bank der Münchner Platz nehmen musste. Neuzugang Sommer bestritt indes sein erstes Spiel als Bayern-Schlussmann in der Allianz Arena. Noch ehe sich der Schweizer auszeichnen konnte, musste er schon den Ball aus dem Netz holen. Bei einem Eckball der Kölner verteidigten die Bayern ganz schwach. Skhiri, dessen Einsatz wegen Blessur am Fuß fraglich gewesen war, drückte den Ball völlig frei aus kurzer Distanz über die Torlinie. Mit dem Schwung des Kantersiegs gegen Bremen brachte Steffen Baumgarts Team die Münchner schnell in Verlegenheit. Die hohe Laufbereitschaft und frühe Attacken der Kölner behagten dem Rekordmeister gar nicht.

Dabei hatte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann trotz des 1:1-Dämpfers bei RB Leipzig zum Neustart nach der WM-Pause noch behauptet: „Unser Selbstvertrauen ist nicht weniger geworden.“ Doch es dauerte, ehe Serge Gnabry erstmals Gefahr vor das Tor der Gäste brachte (14.).

Der Nationalspieler hatte vor der Partie mit einem Ausflug nach Paris auf den Laufsteg einer Modemesse für Aufsehen und Diskussionen gesorgt. „Wichtig ist, dass die richtige Antwort dann immer auf dem Platz liegt“, hatte Nagelsmann dies kommentiert. Der unglückliche und fahrige Auftritt von Gnabry war ganz sicher nicht das, was der Trainer gemeint hatte. Zur Pause war für Gnabry Schluss.

In der Abwehr bisweilen wacklig



Aber auch seinen Kollegen fehlte es trotz gewohnt viel Ballbesitz an Ideen und Präzision in der Offensive. In der Abwehr zeigten sich die Gastgeber bisweilen wacklig. Sommer bewahrte die Münchner sogar vor dem 0:2, als er mit einer Hand vor dem einschussbereiten Skhiri klärte (29.). Weil auch Eric Maxim Choupo-Moting (43.) und Benjamin Pavard (44.) auf der anderen Seite scheiterten, blieb es bei der knappen Kölner Pausenführung.

Nach einer kurzen Kabinenansprache schickte Nagelsmann in Kingsley Coman und Ryan Gravenberch zwei Neue aufs Feld. Gnabry und der angeschlagene Leon Goretzka mussten weichen. Die Bayern wurden nun etwas zielstrebiger, Kölns Torwart Schwäbe konnte sich mehrfach auszeichnen. Vor allem Coman brachte etwas mehr Tempo und Frische ins meist einfallslose Spiel der Münchner.

Noch im WM-Loch steckt auch Jungstar Jamal Musiala, der wegen akuter Wirkungslosigkeit gegen Müller ausgetauscht wurde. Besser wurde es für die Bayern dadurch nicht. In Tornähe agierte der Tabellenführer meist erstaunlich fahrig und uninspiriert. So musste ein Gewaltakt von Kimmich herhalten, um die erste Heimpleite seit mehr als einem Jahr zu verhindern.

− dpa