A-Klassen-Duelle im Fokus
Knaller in Jandelsbrunn und Altreichenau als Zuschauer-Magneten

06.04.2024 | Stand 06.04.2024, 6:00 Uhr |
Norbert Kellermann

Schon das torlos verlaufene Hinspiel zwischen Holzfreyung (rote Dressen) und Jandelsbrunn hatte über 500 Zuschauer angelockt. Gibt‘s auch bei der Revanche eine Top-Kulisse? − Foto: Sven Kaiser

Großkampfstimmung dürfte am kommenden Spieltag auf den Fußballplätzen zweier Gemeinden herrschen, die keine zehn Kilometer voneinander entfernt sind, deren Vereine jedoch in unterschiedlichen Fußballklassen dem runden Leder nachjagen. Während am Samstag in der A-Klasse Freyung die DJK Altreichenau dem um zwei Punkte besser postierten Spitzenreiter TSV Klingenbrunn die Tabellenführung abspenstig machen will, möchte einen Tag später in der A-Klasse Hauzenberg der SSV Jandelsbrunn mit einem Erfolg gegen die schier übermächtige DJK Holzfreyung seine Titelambitionen wahren.

Unabhängig vom jeweiligen Spielausgang dürfte auch in Anbetracht der prognostizierten frühsommerlichen Temperaturen ein Sieger der beiden Showdowns bereits sicher feststehen, nämlich der Platzkassier der jeweiligen Gastgeber.

Ein eingehender Blick auf die Tabelle weist zahlreiche interessante Parallelen zwischen den beiden Topspielen auf. So verfügen Altreichenau und Jandelsbrunn über die beiden stärksten Defensivreihen und weisen zudem auch noch die beste Heimbilanz in ihrer jeweiligen Spielklasse auf, Altreichenau sogar mit einer blütenweißen Weste. Allerdings kreuzen die beiden Teams ihre Klingen gegen die Mannschaften mit der mit Abstand besten Auswärtsbilanz ihrer jeweiligen Spielklasse, Holzfreyung ist sogar noch ohne jeglichen Punktverlust auf Gegners Platz. Ferner gelten Klingenbrunn und Holzfreyung als die Kanoniere der A-Klasse, haben sie im bisherigen Saisonverlauf im Schnitt immerhin mehr als drei Tore pro Spiel erzielt. Es wird spannend sein zu sehen, wessen Serie bzw. Stärke schlussendlich Bestand haben wird.

Kaiserwetter, Dorffest, Topspiel – in Altreichenau könnte laut Vereinssprecher Stefan Mitterdorfer die Stimmung besser nicht sein. Die Mannschaft ist mit drei Siegen perfekt aus der Winterpause gestartet und will mit einem weiteren Erfolg ihre makellose Heimbilanz ausbauen, gleichzeitig Revanche für die Hinspielniederlage nehmen und ihren Anhängern pünktlich zum Dorffest die Tabellenführung bescheren. Maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Abschneiden der ‚Oidhüttler‘ hat dabei Dominic Obergroßberger, der nach seiner Rückkehr vom SV Perlesreut zusammen mit Ludwig Schmalzbauer das Traineramt bekleidet und darüber hinaus neben Nicolai Kandlbinder zu den treffsichersten Spielern der DJK zählt. Nachdem ab dem Spieljahr 2024/25 Altreichenau zusammen mit dem SV Hintereben als Spielgemeinschaft am Spielbetrieb teilnehmen wird, wären Meisterschaft und Aufstieg für die DJK der krönende Abschluss der letzten Saison als eigenständiger Verein,

Bei diesem Vorhaben möchte der Gast aus dem Altlandkreis Grafenau nur allzu gern den Spielverderber geben. Der Meisterschaftskonkurrent aus Klingenbrunn ist heuer ebenfalls makellos aus den Startlöchern gekommen und freut sich nach den Worten von Abteilungsleiter Thomas Hruschka, der selbst noch aktiv ist, aufgrund der Rahmenbedingungen riesig auf die Begegnung. Der TSV möchte auf keinen Fall mit leeren Händen die Heimreise antreten und könnte mit dem obligatorischen Auswärtspunkt sehr gut leben. Besonderes Augenmerk dürften die Gastgeber auf die Gästetorjäger Manuel Wagner und Michael Wimmer richten, die mit insgesamt 29 Toren für knapp die Hälfte der Klingenbrunner Trefferausbeute verantwortlich zeichnen.

In Jandelsbrunn blickt man mit gemischten Gefühlen dem Gipfeltreffen mit der DJK Holzfreyung entgegen. Abteilungsleiter Gerhard Seibold sieht die Gäste eindeutig als Favorit und spricht im Fall einer Heimpleite von einer Vorentscheidung im Titelrennen. Die Leistungen seiner Truppe in der bisherigen Frühjahrsrunde geben wenig Anlass für Optimismus, auch wenn der SSV gegen die 0:2-Pleite beim Schlusslicht Breitenberg/Sonnen II Protest eingelegt hat, weil der Gegner evtl. zwei nicht spielberechtigte Aktive eingesetzt hatte. Personell kann das Trainerduo Andreas Schneiderbauer/Christopher Bichlmeier aus dem Vollen schöpfen und hofft auf die Treffsicherheit von Torjäger Nicolai Reisinger, der nach seinen langwierigen Verletzungen langsam wieder in Form kommt und mit 16 Toren aus neun Spielen dem Holzfreyunger Toptorjäger Michael Schwarz in nichts nachsteht.

Gegner DJK Holzfreyung reitet weiter auf einer Euphoriewelle, die sich zu Beginn der Saison mit der Verpflichtung von Spielertrainer Petr Kulhanek Bahn gebrochen hat, über die unglaublich erfolgreiche Hallensaison hinweggeschwappt ist und mit Meisterschaft und Aufstieg ihren Höhepunkt erreichen soll. Selbst die schwere Verletzung von Kulhanek (Achillessehnenriss) hat die Kicker aus dem Waldkirchner Stadtgebiet nicht von dem Erfolgsweg abbringen können, weshalb die Mannschaft mit ihrem stimmgewaltigen Anhang auch die Festung Jandelsbrunn stürmen will. Der verhinderte Spielertrainer will von einer Favoritenrolle nichts wissen und geht das Spiel unabhängig von der Tabellenkonstellation wie jedes andere Punktspiel an. Schritt für Schritt wollen die Holzfreyunger den Weg zum Titel beschreiten und können bei diesem Vorhaben in Jandelsbrunn aus dem Vollen schöpfen.

Fußballfans aus nah und fern dürfen sich jedenfalls bei dieser Gemengelage auf zwei Leckerbissen im Amateurfußball freuen, die alle Zutaten für kurzweilige Fußballnachmittage beinhalten.