Deggendorf
Virus erschwert Arbeit für Bestatter

20.04.2020 | Stand 20.09.2023, 7:04 Uhr |

Eine Mundschutzmaske und Handschuhe muss Alexander Kasberger, Chef des gleichnamigen Bestattungsinstituts in Deggendorf, tragen, wenn er Verstorbene abholt. Handelt es sich um einen Corona-Toten, muss der 43-Jährige strengere Hygieneregeln befolgen. −Foto: Binder

Das Coronavirus verändert nicht nur das Leben, sondern auch den Umgang mit dem Tod. Zum einen für Hinterbliebene, die Beerdigungen für liebe Verstorbene nicht mehr nach den eigenen Vorstellungen gestalten können. Zum anderen aber auch für Bestatter, deren Arbeit sich durch strenge Auflagen enorm erschwert.

Alexander Kasberger, Chef des gleichnamigen Bestattungsunternehmens in Deggendorf, sieht es als seine Pflicht an, Trauernden ein möglichst pietätvolles Abschiednehmen am Grab zu ermöglichen. "Dabei ist es mit das Wichtigste für Angehörige, von einer Gemeinschaft aufgefangen und getröstet zu werden", sagt der 43-Jährige. Dass er Wünsche von Trauernden in der derzeitigen Lage übergehen muss, mache seinen Grundsatz völlig zunichte.

Lediglich eine kleine Zeremonie unter freiem Himmel und im engsten Familienkreis ist erlaubt, da Kirchen für Veranstaltungen geschlossen sind. Aus hygienischen Gründen nicht gestattet ist zudem der Erdwurf am Ende der Beerdigung sowie das Ritual, den Sarg mit Weihwasser zu besprengen. Insgesamt muss die Zahl der Anwesenden auf 15 beschränkt werde. "Das stellt viele Angehörige vor das Problem: Wen zieht man in die enge Wahl?", weiß Kasberger. Und Karin Parringer vom gleichnamigen Deggendorfer Bestattungsinstitut fügt an: "Auch für Familien, die gesellschaftlich sehr aktiv sind, ist das unvorstellbar."

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Mehr dazu lesen Sie am Montag, 20. April, in der Deggendorfer Zeitung.