Von Betonmischer überrollt

Retter womöglich durch Klimablockaden behindert: Radfahrerin nach Unfall hirntot

03.11.2022 | Stand 03.11.2022, 19:14 Uhr

Berlin: Das Rad eines Fahrrades liegt auf der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf. −Foto: Paul Zinken/dpa

Eine am Montag in Berlin von einem Betonmischer überrollte Radfahrerin, deren Rettung möglicherweise durch Klimablockaden behindert wurde, ist für hirntot erklärt worden. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit und korrigierte damit vorherige Angaben.



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Der Unfall hat für bundesweites Aufsehen und Diskussionen gesorgt. Denn ein Spezialfahrzeug, das helfen sollte, die Verletzte unter dem Lkw zu befreien, stand nach Angaben der Feuerwehr in einem Stau auf der Stadtautobahn. Dieser soll durch eine Aktion der Klima-Protestgruppe „Letzte Generation“ ausgelöst worden sein.

Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung

Die Protestierenden der Gruppe teilten nach dem Unfall mit, dass einige von ihnen auf der Stadtautobahn protestiert und den Verkehr unterbrochen hätten. Die Gruppe könne nicht ausschließen, dass die Verspätung des Fahrzeugs „auf einen durch uns verursachten Stau zurückzuführen ist“. Die Berliner Polizei stellte gegen zwei Klimaaktivisten Strafanzeige wegen unter anderem unterlassener Hilfeleistung.

Während sich Rettungskräfte am Montag um die Frau kümmerten, griff zudem ein Unbekannter den 64-jährigen Fahrer des Betonmischers mit einem Messer an. Anschließend floh der Angreifer vom Unfallort. Die Polizei teilte am Donnerstag mit, am Mittwochabend einen 48-jährigen Tatverdächtigen festgenommen zu haben. Dieser solle noch am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden, hieß es weiter.

Sowohl die Radfahrerin als auch der Lastwagenfahrer wurden am Montag ins Krankenhaus gebracht. Die Frau erlitt schwerste, lebensgefährliche Verletzungen. Nun ist sie für hirntot erklärt worden. Der Lastwagenfahrer konnte die Klinik mittlerweile wieder verlassen.

− afp