Falkenberg
Mitbegründer der Haas Fertigbau GmbH verstorben

Josef Haas, Mitbegründer der Haas Fertigbau GmbH, ist am Montag im Alter von 67 Jahren gestorben

21.07.2021 | Stand 22.09.2023, 1:43 Uhr |

Im Kreis seiner Familie ist Josef Haas, Mitbegründer der Haas Fertigbau GmbH, am Montag Im Alter von 67 Jahren gestorben. Anfang Juli hatte er eine schwerwiegende Krebsdiagnose erhalten. −Foto: red

Josef Haas, Mitbegründer und Altgesellschafter der Haas Fertigbau GmbH und Stifter der Josef-Haas-Stiftung, ist am Montag nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben.

Anfang Juli hatte Josef Haas eine schwerwiegende Krebsdiagnose erhalten. Seit gestern können sich die Mitarbeiter des Unternehmens im Eingangsbereich am Firmensitz in Falkenberg in ein Kondolenzbuch eintragen.

Josef Haas wurde am 9. März 1954 als dritter Sohn der Familie Haas in Kasten geboren. Mit ihm erblickte auch seine Zwillingsschwester Hildegard das Licht der Welt. Durch die insgesamt fünf Kinder und den Zimmereibetrieb mit angeschlossener Landwirtschaft herrschte große Geschäftigkeit auf dem elterlichen Anwesen, wodurch Josef Haas aber auch schon früh seine Leidenschaft für das Holzhandwerk entdeckte.

Nach schwerem Unfall 1977 der Mann im Hintergrund

Er erlernte im väterlichen Betrieb das Zimmererhandwerk und absolvierte daran anschließend die Meisterschule in Tübingen. 1976 gründete er mit seinem Bruder Xaver als Gesellschafter zu gleichen Teilen die damalige Haas Holzbau GmbH. Zusammen mit Schwester Hildegard, Schwägerin Marianne und den Mitarbeitern der ersten Stunde läutete er die Entwicklung des regionalen Zimmereibetriebs zu einem überregional tätigen Holzbauunternehmen ein.

Er war der Techniker und Analytiker, mehr auf die Produktion und Montageorganisation spezialisiert, von der Planung bis zur Abwicklung auf der Baustelle involviert und auf vielen Projekten vor Ort im Einsatz. Einen Schicksalsschlag erlitt Josef Haas im Jahr 1977. Nach einem Unfall auf dem Weg zu einer Baustelle lag er vier Wochen im Koma. Über unzählige Operationen und Krankenhausaufenthalte in Spezialkliniken kämpfte Josef Haas sich mit den Jahren zurück ins Leben und konnte schließlich auch in die Firma zurückkehren. Die Tätigkeit auf der Baustelle war ihm fortan aber verwehrt.

Seine Schwerpunkte galten ab sofort repräsentativen Aufgaben, aber auch innerbetrieblichen Funktionen, bei denen die technische Erfahrung hinsichtlich Produkt, Produktion und Montage von Nöten war. Er behielt das Ohr am Markt und am Kunden und machte Anregungen zur stetigen Weiterentwicklung des Unternehmens. Auch die Aktivitäten der technischen Fachverbände unterstützte er weiterhin mit großem Interesse und als Veranstaltungsteilnehmer vor Ort.

Im Jahr 1995 heiratete Josef Haas seine Ehefrau Barbara, die einer Zimmererfamilie entstammt. Barbaras damals zehnjährigen Sohn Matthias hat er vom ersten Tag an wie seinen eigenen ins Herz geschlossen. Fortan lebte die kleine Familie in Falkenberg, bis sie 1999 in Ruderfing ihr neues Haus bezogen.

Josef Haas war ein sehr sozialer und gesellschaftlich engagierter Mann. So war er Mitglied bei der örtlichen Feuerwehr, den Adlerschützen Kasten, dem Sportclub Falkenberg, den Veteranen und beim Roten Kreuz. Er unterstützte diese regionalen Vereine, aber auch andere wohltätige und gemeinnützige Organisationen im In- und Ausland. So engagierte er sich auch bei der bayerischen Rumänienkinderhilfe mit dem Bau eines Waisenhauses in Pastraveni.

Mit der positiven Entwicklung des Unternehmens wuchs der Wunsch in ihm, nachhaltig etwas für das Gemeinwohl zu tun. Unterstützt von seiner Ehefrau Barbara wurde im Jahr 1996 die Josef-Haas-Stiftung zur Unterstützung der Aus- und Weiterbildung junger Menschen in holzverarbeitenden Berufen gegründet. "Ich habe eine kleine Familie, die hat alles, was sie braucht. Alles darüber hinaus wollte ich einem guten Zweck zur Verfügung stellen", so Josef Haas damals zu seinen Beweggründen, eine Stiftung ins Leben zu rufen. Dabei lag ihm die Aus- und Weiterbildung besonders am Herzen.

Um die Qualität der praktischen Schulausbildung zu erhöhen, wurden im Jahr 2008 die Josef-Haas-Lehrwerkstatt an der Berufsschule Pfarrkirchen errichtet und darüber hinaus jährlich Stipendien an besonders gute Berufsschüler und Absolventen vergeben. Für sein großes soziales Engagement und den Einsatz für die Aus- und Weiterbildung junger Leute in der Region erhielt Josef Haas im Jahr 2014 das Bundesverdienstkreuz.

Im Jahr 2020 hat er sein unternehmerisches Lebenswerk vertrauensvoll in die Hände der Nachfolgegeneration gegeben. Mit dem Rückzug aus dem operativen Geschäft wollte er mehr Zeit mit seiner Ehefrau Barbara verbringen, auf Reisen gehen und an der Familie von Stiefsohn Matthias mit Frau Sabine und den drei Töchtern Leonie, Laura und Kristin teilhaben.

Die geplanten Reisen mussten aufgrund der Corona-Pandemie pausieren – ebenso wie die Veranstaltungen, die Josef Haas als Markenbotschafter für Haas Fertigbau weiterhin besuchen wollte. Stattdessen trübten in den letzten Monaten verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen sein verstärkt häusliches Dasein. Die Ursache dafür blieb lange unerkannt. Noch im Juni feierte er mit allen Geschwistern den Geburtstag seines Bruders Xaver. Anfang Juli erhielt er die erschütternde Diagnose einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Krebserkrankung. In den letzten Tagen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend.

Requiem am Freitag um 14 Uhr in Eggenfelden

Am 19. Juli ist Josef Haas schließlich im Alter von 67 Jahren zu Hause in Ruderfing im Kreise seiner Familie verstorben. "Wir verlieren den Mitbegründer der Firma Haas, einen großherzigen und bescheidenen Unternehmer und lieben Menschen", teilt das Familienunternehmen in seinem Nachruf mit.

Am Freitag, 23. Juli, findet für den Verstorbenen um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche Eggenfelden ein heiliges Requiem statt. "Dort haben wir in der großen gotischen Kirche und auf dem Vorplatz viel Platz zur Verfügung, um unter Einhaltung aller Corona-Auflagen allen Wegbegleitern von Josef Haas die Möglichkeit für einen Abschied zu geben", so die Familie Haas.

Am kommenden Dienstag, 27. Juli, findet in der Pfarrkirche St. Laurentius in Falkenberg um 18.30 Uhr ein Sterberosenkranz statt. Der Trauergottesdienst mit Urnenbeisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis in Falkenberg abgehalten.

− red/hob