Tipps für die Reiseplanung
Urlaub mit E-Auto: Wo die Anfahrt einem Abenteuer gleicht

21.03.2024 | Stand 28.06.2024, 17:20 Uhr |

Ein E-Auto fährt über eine Brücke, die über einen Fjord führt - Fjord-Feeling in Norwegen: Vor der Urlaubsfahrt mit dem Elektroauto sollte man sich die passenden Ladestationen auf der Route heraussuchen. - Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn/dpa

Das Netz an Ladestationen ist je nach Land mal mehr und mal weniger engmaschig. Umso wichtiger ist die Vorbereitung. Apps können dabei helfen - und eine realistische Einschätzung der Reichweite.

Eine Reise im E-Auto will gut geplant sein. Das gilt besonders dann, wenn es ins Ausland geht. In vielen europäischen Reiseländern sei die Ladeinfrastruktur noch unzureichend, bemängelt der Automobil-Club Verkehr (ACV).

Während die Anzahl der öffentlich verfügbaren Ladepunkte etwa in Frankreich und den Niederlanden vergleichsweise hoch und ungefähr mit der Menge in Deutschland vergleichbar ist (hierzulande waren es im Oktober 2023 laut Bundesnetzagentur knapp 110 000), sieht es in manchen beliebten Urlaubsländern ganz anders aus.

In Kroatien zum Beispiel, das in der Touren-Beratung des Clubs zu den Top-Reisezielen 2023 zählte, gebe es gerade einmal rund 1000 öffentliche Ladepunkte, teilt der ACV mit und schreibt: „Eine Anfahrt mit dem Elektroauto gleicht hier fast einem Abenteuer.“ In Italien wiederum habe das Ladenetz im Süden des Landes große Lücken.

Ladesäulen finden und Reichweite realistisch kalkulieren

Der Verkehrsclub rät generell zu einer guten Planung: Man sollte sich vor der Fahrt die passenden Ladestationen auf der Route heraussuchen, bestenfalls sind es Schnelllade-Punkte. Das ist nicht nur ein Zeit-, sondern auch ein möglicher Kostenfaktor: Denn teils wird an den Säulen nach der Ladezeit abgerechnet. Bei Autos oder Ladesäulen mit geringerer Ladeleistung kann das den Preis hochtreiben. Vor Ort verfügt das Hotel oder die Ferienwohnung idealerweise über Lademöglichkeiten.

Die meisten E-Autos zeigen in ihrem Navigationssystem Ladestationen an, idealerweise meist mit Zusatzinfos wie Ladeleistung, Preis und Verfügbarkeit. Auch verschiedene Apps bieten so etwas, etwa von den Anbietern Chargemap oder Elektromaps. Automobil-Clubs wie der ACV oder ADAC haben ebenfalls Apps, in denen Ladestationen in der Nähe angezeigt werden.

Bei der Reichweite des Fahrzeugs sollten E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer nicht nur auf die WLTP-Angabe des Herstellers vertrauen, sondern ihre Alltagserfahrungen einbeziehen, so der ACV. Wetterbedingungen, Zuladung, Dachbox oder Fahrradträger können den Verbrauch beeinflussen – und damit auch, wie weit man mit einer Akkuladung kommt.

Die Frage der Bezahlung

Ein einheitliches Zugangs- und Bezahlsystem gibt es nicht: Manchmal braucht es eine Ladekarte, manchmal eine App, informiert der Tüv Nord, der auf seiner Website Tipps rund um die Urlaubsreise im E-Auto bündelt. Immerhin: Im Ausland sei oft das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte direkt an der Säule möglich. 

Und diese Option dürfte zukünftig immer mehr zur Verfügung stehen. Denn ab 13. April müssen alle neu errichteten öffentlichen Ladestationen mit mehr als 50 KW Ladeleistung erlauben, dass Nutzer beim Ad-Hoc-Laden mit Debit- oder Kreditkarte zahlen können. Das erklärt der ACV und verweist auf eine entsprechende EU-Verordnung, die dann in Kraft tritt.

Nachteil beim Laden an der Säule ohne Vorab-Registrierung: Der Strom ist in der Regel teurer, so der Tüv Nord. Eine Alternative ist, sich eine Karte von einem E-Mobilitätsanbieter zuzulegen, die man der Säule vorhält. Das könne Kosten sparen. Aber: Man ist dann vor Ort auf die Verfügbarkeit von Ladesäulen angewiesen, die zum Netzwerk des Anbieters zählen.

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