Leser-Liebesgeschichten
Wie ihre geplatzte Hochzeit einer Ingolstädterin das große Liebesglück brachte

07.04.2024 | Stand 07.04.2024, 21:09 Uhr |

Damals und heute: Karin und Sepp Miehling vor 40 Jahren im Skiurlaub in Sölden (links) und vergangenes Jahr in Ägypten.  − F.: privat

In einer Serie erzählen wir außergewöhnliche Liebesgeschichten unserer Leser. Die Liebesgeschichte von Karin und Josef Miehling aus Kipfenberg (Landkreis Eichstätt) fängt alles andere als romantisch an. Eher tragisch. Denn Karins geplante Hochzeit platzt sechs Wochen vor dem Termin. Und doch gibt es für sie ein Happy End.



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Karins damaliger Partner lässt den Verlobungsring verschwinden, es entbrennt ein Streit darüber – und Karin findet sich samt ihrer Pflanzen wieder in ihrer alten Wohnung. Die Enttäuschung ist groß. War doch schon alles vorbereitet für den 25. März 1984, der der schönste ihres Lebens hätte werden sollen. Brautkleid und Anzug hingen auch schon im Schrank. Aber statt zum Traualtar zu schreiten, fährt Karin, die damals noch in Ingolstadt gelebt hat, an diesem Wochenende nach Österreich. Ihr guter Freund Gerhard hat einen Bus-Ausflug zum Skifahren nach Dienten gebucht, um sie abzulenken. Am Samstag früh geht es los. „Ich war wie immer zu spät“, erinnert sich Karin heute.



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Die damals Mitzwanzigerin hat verschlafen und hastet ungestylt zum Bus. Als sie einsteigt und den Gang nach hinten geht, bleibt ihr Blick an einem Augenpaar hängen. Die Augen gehörten zu einem Mann, der zu ihr hoch schaut und sie sofort allen Kummer vergessen lässt. Josef, ein IT-ler, nutzt das Wochenende mit seinen Kollegen auf der Piste. Der eine kurze Blick reicht, um die Funken zwischen den beiden fliegen zu lassen.

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Karin und Sepp schmachten sich zwei Tage lang an, wann immer sie sich sehen. Im Hotelflur, im Restaurant, an der Bar oder auf der Piste. Aber erst als sie am Sonntag spätnachmittags in Ingolstadt wieder aus dem Bus steigen, verabreden sie sich für ein Date – noch am selben Abend in einer Pizzeria in Ingolstadt. „Und auch da bin ich wieder zu spät gekommen“, sagt Karin schmunzelnd. Aber Sepp hat 40 Minuten auf sie gewartet – „da wusste ich, das ist der Richtige!“

Hochzeit und Nachwuchs binnen Monaten

Von da an geht alles ganz schnell. Eine Woche später der erste gemeinsame Urlaub beim Skifahren in Sölden, drei Monate später im Spanienurlaub lässt Sepp verlauten, dass er gerne eine Familie hätte, nach weiteren zwei Monaten kaufen die beiden in Gerolfing ein Haus zusammen und am 7. Dezember 1984 läuten dann wirklich die Hochzeitsglocken für Karin – die damals übrigens schon im ersten Monat schwanger ist (was sie aber natürlich noch nicht wussten). Im August kommt ein gesunder Bub zur Welt, drei Jahre später komplettiert eine Tochter das Familienglück.

„Langweilig wird es meinem Mann nie mit mir“, sagt Karin lachend. „Langeweile und Nichtstun sind das Schlimmste für mich.“ Sie braucht Veränderung. Zwei Dinge aber haben sich in Leben von Karin seit 40 Jahren nicht verändert: Die Liebe zu ihrem Mann – und „meine Unpünktlichkeit“.




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