Burgkirchen/Alz
Energie-Wellen schon vor deren Erzeugung

Kein physikalisches Phänomen, sondern Ärger um den Plan einer Freiflächen-Fotovoltaikanlage bei Pirach

22.09.2021 | Stand 21.09.2023, 0:21 Uhr |

Stefan Sperl schlug seine Thesen an der Garage seines Anwesens an. Von der Straße aus ist sein Aushang sichtbar und kann von jedem gelesen werden. Mit scharfen Worten argumentiert Stefan Sperl gegen die Errichtung einer Freiflächen-Fotovoltaikanlage in seiner Nachbarschaft. −Fotos: Gerlitz

Ein Großprojekt zur Energie-Erzeugung wird auf dem Gebiet der Industriegemeinde Burgkirchen/Alz geplant. Noch wurde von keinem kommunalen Gremium darüber beraten, da regt sich schon Widerstand.

Ein Anlieger möchte dieses Vorhaben schon im Vorfeld unterbinden und beauftragte einen Burghauser Rechtsanwalt mit seiner Vertretung. Von diesem Rechtsanwalt bekam die Gemeindeverwaltung schon einen Brief mit der Ansage, im Falle der ersten Schritte zur Realisierung werde mit allen rechtlichen Mitteln dagegen vorgegangen werden.

Bei dem Projekt, das schon in der Planungsphase solche Energie-Wellen auslöst, handelt es sich um eine großflächige Fotovoltaikanlage in der Nähe des Burgkirchner Ortsteils Pirach. Genauer gesagt, soll die Freiflächen-Fotovoltaikanlage neben der Bahnlinie und der Straße von Pirach nach Marienberg im Bereich zwischen dem Anwesen Linner und der Stelle entstehen, an der die Bahnlinie einen Schwenk weg von der Straße vollzieht. Auch der Weiler Mad ist nicht fern.

Projektbetreiber ist die Energie-Genossenschaft Inn-Salzach (EGIS). Von Geschäftsführer Pascal Lang ist zu erfahren, dass er dieses Großprojekt bereits im Ferienausschuss des Gemeinderates Burgkirchen in der Sitzung am 31. August vorstellen wollte, es dann aber nicht auf die Tagesordnung kam. "Von der Absage aller Sitzungen im September wurde ich überrascht und hoffe nun, dass unser Vorhaben im Oktober auf die Tagesordnung gesetzt wird", sagte Lang im Gespräch mit dem Anzeiger. Dann werde er den Gemeinderäten das Projekt vorstellen. Um dem Gremium nicht vorzugreifen, wollte der EGIS-Geschäftsführer vorher in der Öffentlichkeit noch keine genauen Angaben machen.

Südlich der Bahnlinie von Burgkirchen nach Burghausen befindet sich das Anwesen Linner, seit 2016 im Besitz von Stefan Sperl. Der Architekt möchte hier in der freien Landschaft vom Tourismus profitieren und eine Pension errichten, auch die Anlage eines großen Schwimmteichs hat er auf seinem Grundstück vor. Stefan Sperl befürchtet, der aktuell geplante Solarpark werde erst der Anfang sein. Damit solle ein Präzedenzfall geschaffen werden. Am Ende der Entwicklung sieht er sich von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen eingekreist.

Seine Thesen schlug er an der Garage seines Anwesens an. Von der Straße aus ist sein Aushang sichtbar und kann von jedem gelesen werden. Dort hing Stefan Sperl seine Argumentation sowie als Beispiel den Kriterienkatalog der Gemeinde Wittibreut zur Errichtung von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen aus.

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