Nach Leipziger Niederlage
Standpauke von Nagelsmann: "Sind nicht auf einem Niveau mit Bayern oder Dortmund"

25.01.2020 | Stand 25.01.2020, 21:01 Uhr

Julian Nagelsmann. −Foto: dpa

Ziemlich angefressen und nach einer öffentlichen Standpauke für sein Team verließ Julian Nagelsmann die Frankfurter WM-Arena. Durch die 0:2-Niederlage von RB Leipzig bei der Eintracht ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga noch spannender geworden.

Chefcoach Nagelsmann warf seinem Team mangelnden Einsatz im Training und auch fehlende Gier vor. "Es ist die Frage: Wollen wir das Gipfelkreuz erreichen oder bleiben wir kurz darunter stehen und genießen die schöne Aussicht", sagte der 32-Jährige am Samstagabend während der Pressekonferenz. Dass ausgerechnet Verfolger FC Bayern am Abend den FC Schalke 04 vermöbeln würden, konnte Nagelsmann da freilich noch nicht wissen.

Sein Team hatte nach neun ungeschlagenen Partien erstmals wieder verloren, ist aber weiter Tabellenführer. Nagelsmann kritisierte seine Mannschaft hart. "Wir hatten am Mittwoch kein gutes Elf gegen Elf, mit sehr wenig Engagement und Elan. Es ist nicht so einfach auf dem Platz, wenn man im Training nicht an die Grenze geht", erklärte er. "Mir geht’s einfach um die paar letzten Prozentpunkte. Da muss man hin und wieder die Finger in die Wunde legen."

Mit den Toren von Almamy Touré (48. Minute) und Filip Kostic (90.+4) brachten die Hessen den Sachsen die dritte Saisonniederlage bei. Die Leipziger, noch ohne Neuzugang Dani Olmo, müssen ihre Titelreife nun gegen Borussia Mönchengladbach und beim Gipfel in zwei Wochen beim FC Bayern beweisen. "Wir sind nicht auf einem Niveau mit Bayern oder Dortmund. Deshalb müssen wir jede Trainingsminute besser nutzen als Bayern oder Dortmund, um näher heranzukommen", sagte Nagelsmann.

Er wollte auch nichts von einem Vorsprung gegenüber den Bayern hören und sagte zum Titelkampf: "Die Entscheidung beginnt schon zwischen den Ohren. Nicht der, der am meisten darüber spricht, sondern der am meisten Punkte holt, gewinnt am Ende. So wirst du am Ende halt nur Vierter, wenn es gut läuft."

− dpa