Burghausen
Schon Georg der Reiche ließ hier schmieden

05.02.2024 | Stand 05.02.2024, 8:00 Uhr

Die Hammerschmiede ist ein offenes Haus: Die Wagenhofers bieten auch Führungen und Seminare an. − Foto: Resch

Wie ein Bär steht er da mit seinen 1,98, als könnte ihn nichts umwerfen. Doch das Schicksal hat Frank Wagenhofer eine Breitseite gegeben. Seine Frau Gerlinde starb 2022 im Alter von 50 Jahren. Nicht nur als Ehepaar, auch als Betreiber der wohl ältesten Hammerschmiede Europas, als Wilhelm IV. und Jakobäa von Baden in der „Herzogstadt“ Burghausen und natürlich als Eltern waren die beiden eins.

Die gemeinsamen Kinder sind Frank Wagenhofers Stütze. Elena (19) kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Sebastian (25) ist Papas Partner in der Hammerschmiede − seit 1. Januar auch offiziell in einer „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“. Und so treten Vater und Sohn gemeinsam in die Fußstapfen ihrer Vorfahren in sechster und siebter Generation. „Ich bin da einigwachsn, diese Aufgabe ist mir in die Wiege gelegt worden“, sagt Sebastian, der Elektromeister, der schon allein mit seinen Aktivitäten im historischen Verein „Herzogstadt“, bei der Musikkapelle „Georgsbläser“ und in der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen seine Heimatverbundenheit lebt. Er ist in der Salzachstadt verwurzelt. Während Gleichaltrige ihr Glück in der weiten Welt suchen, hat er seins schon lange gefunden: „Unsere Schmiede hat so viel zu erzählen.“

Bereits Georg der Reiche, der 1455 in Burghausen geboren worden war, und von 1479 bis zu seinem Tod 24 Jahre lang Herzog von Bayern-Landshut war, soll sich von der weltlängsten Burg aus vergewissert haben, dass die Kamine der Waffenschmiede rauchten und die Produktion lief. Das war Jahre, Jahrzehnte bevor eine Urkunde am 24. Juli 1516 das Bestehen der Hammerschmiede dokumentierte, und Jahrhunderte bevor Frank Wagenhofer in Erscheinung trat.

Schon als Bub fühlte Franky neugierig bei den Großeltern vor, wie denn die vier Elemente so zusammenspielten. Das Feuer für die Glut, die Erde fürs Material, die Luft zum Gelingen, das Wasser als kraftvoller Antrieb. „Dabei hätte ich Uhrmacher werden sollen, wie mein Onkel Biwi, der in der Schweiz gelebt und für Longines die dünnsten Uhren der Welt hergestellt hat“, erzählt der 52-Jährige. Aber das handfeste Handwerk an der Tittmoninger Straße interessierte den Burschen aus dem drei Kilometer entfernten Marienberg mehr. Schlosser wollte er lernen, damals 1986, ein Metaller werden. Eine Lehrstelle bei Hoechst im nahegelegenen Burgkirchen-Gendorf hatte er schon. Doch nach einer Meinungsverschiedenheit mit dem amtierenden Schmied Maxi, seinem zweiten Onkel, entschied er sich trotzig um, begann eine Ausbildung zum Elektriker und hängte anschließend den Meister dran.

Auch die Übernahme der Hammerschmiede war eigentlich anders geplant. Der Onkel verstarb unerwartet früh. „Meine Großeltern sind weit über 90 Jahre alt geworden“, betont Wagenhofer, „da dachte ich nicht, dass ich schon mit 27 gefordert bin, die Generationenverpflichtung zu erfüllen, ja, als Generationenverpflichtung hat es mein Opa niedergeschrieben.“

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