Ohne Schafe keine Scheckenfalter

01.07.2024 | Stand 01.07.2024, 8:00 Uhr |

Eine leuchtend orangerote Flügeloberseite haben die Männchen der Feurigen Scheckenfalter. − Foto: Brigitte Werle

Sommer, Wärme, Sonne und gaukelnde Schmetterlinge gehören einfach zusammen. Die Leichtigkeit und Anmut des Schmetterlingsfluges haben die Menschen schon seit jeher in ihren Bann gezogen. „Tag- und Nachtvögel“ wurden diese grazilen Insekten früher genannt. Der Name Schmetterling wurde erst später in unseren Sprachgebrauch aufgenommen. Die Bezeichnung stammt vom slawischstämmigen ostmitteldeutschen Wort „schmetten“, was so viel bedeutet wie Milchrahm oder Schmand. Die Erklärung dafür liefert ein alter Volksglaube. Früher dachte man, Hexen würden die Gestalt von Schmetterlingen annehmen und in dieser lieblichen Verkleidung Milch und Rahm stehlen. „Molkedieb“ oder „Buttervogel“ wurden Schmetterlinge daher genannt.
In Bayern leben über 3000 verschiedene Schmetterlingsarten. Manche von ihnen sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. Vor allem Vertreter aus der Familie der Scheckenfalter bereiten bei der Bestimmung oft Schwierigkeiten, denn rote, braune und orange Farbtöne herrschen bei diesen Schmetterlingen vor. Wer Scheckenfalter auseinanderhalten möchte, der muss schon genauer hinsehen.
Variabel im Aussehen präsentiert sich der Rote oder Feurige Scheckenfalter. Er bringt Farbe ins Spiel. Die Geschlechter dieser auffallend schönen Art sind deutlich verschieden gefärbt. Während das Männchen eine leuchtend orangerote Flügeloberseite mit aus schwarzen Würfelflecken zusammengesetzten Querbinden zeigt, sind die Vorderflügel der Weibchen graubraun bestäubt und die Hinterflügel matt orangebraun getönt. Die cremeweiße Flügelunterseite schmücken zwei kontrastreich abgesetzte orangefarbene Querbinden sowie schwarze Punkte und Striche. Der zu den Edelfaltern zählende Rote Scheckenfalter fliegt von Ende Juni bis Anfang August. Er besitzt eine Flügelspannweite zwischen 35 und 45 Millimeter. Warme, sonnige und trockene Biotope eignen sich als Lebensräume für diesen Schmetterling. Steinige Trockenrasen, felsige Südhänge, Wacholderheiden, blütenreiche Magerrasen, trockene Wiesen und Felssteppen bilden seine Heimat. Dort saugt er an den Blüten von Acker-Witwenblumen, Wiesen-Flockenblumen oder Traubenskabiosen. Für das Vorkommen des Roten Scheckenfalters ist das Vorhandensein von offenen, ausgesprochen warmen Bodenstellen, enorm wichtig. Findet eine Beweidung durch Schafe nicht mehr statt, verschwinden diese lückigen Bodenstellen und es bildet sich im Laufe der Zeit eine geschlossene Vegetationsdecke. Dies hat zur Folge, dass der Rote Scheckenfalter seinen Lebensraum verliert. Das Scheckenfalterweibchen heftet seine Eier in kleinen Gruppen an die Blattunterseiten der Raupennahrungspflanzen. Unter anderem leben die Raupen des Roten Scheckenfalters auf Königskerzen, Ehrenpreis, Spitzwegerich oder Aufrechten Ziest.

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