Einst einsam

01.04.2024 | Stand 01.04.2024, 8:00 Uhr

Radlfahrer steht am Ufer des Eibsees, im Hintergrund versucht das Wettersteingebirge, sich in einer Wolke zu verstecken. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Dunkle Nadelwälder, Felszacken und Bergspitzen umgeben das türkisgrün glitzernde Wasser. Vor 4000 Jahren brach die gesamte Nordflanke der Zugspitze ab und donnerte als riesiger Bergsturz zu Tal. Dabei verschütteten die Felsmassen einen Bergwald und begruben die Baumstämme unter sich. Einige Hölzer haben sich bis heute in bis zu 40 Metern Tiefe erhalten und boten 1993 die Möglichkeit, ihr Alter mittels der Radiokohlenstoffdatierung archäologisch zu bestimmen. Das Ergebnis wies in die Jahre um 2000 v. Chr., d. h. in die beginnende Bronzezeit.

Damals war das Loisachtal bereits dicht besiedelt, sodass zahlreiche Menschen dieses Inferno hautnah miterlebt haben müssen. Der Bergsturz schlug eine Mulde von fünf Kilometern Länge und einem halben Kilometer Breite in den Felsstock unter ihm, in der sich dann das Schmelzwasser zum Eibsee sammelte. Entsprechend unruhig ist der Seegrund, der von Tiefen zwischen drei und 35 Metern schwankt und neun Inseln aus dem Wasser ragen lässt.
Zugegeben, nicht alle der neun sind echte Inseln, sondern eher Riffe, Klippen oder auch nur Untiefen, die bei Sturmwind vom Wasser überspült werden. Bewohnt ist keine, nur auf der Sasseninsel steht eine kleine Holzhütte. Die mit Föhren bestandene Sasseninsel ist die größte, dann folgen die Ludwigsinsel, die Almbichl- und die Maximiliansinsel. Schönbichl, Braxeninsel, Scheibeninsel und die Felstrümmer der Steinbichln sind kleiner und kahl. Die königlichen Namen erhielten die beiden Inselchen anlässlich eines Besuches „Seiner Kgl. Hoheit Maximilian, Kronprinz von Bayern mit Höchstihrem Gefolge“ im September 1839. „Höchstdieselben, den See befahrend, wurden von einem Musikchore und von den in der Gebirgsrunde wiederertönenden Pöllerschüssen begrüßt“.
Früher nannte man diese Königsinseln die Heißeninseln oder ganz einfach die Schönen Inseln. Etwas jüngeren Datums ist das Holzblockhaus auf der Maximiliansinsel. Hier kann man sich vom Grainauer Standesbeamten trauen lassen. Ursprünglich war gedacht, dass das Brautpaar vorher persönlich über den See rudern müsse, doch darf man mittlerweile das Eibsee-Motorboot „Reserl“ für die Überfahrt mieten.

Während der halbstündigen Runde an den Inseln vorbei erkennt man deutlich, dass es sich um Felsblöcke handelt, die während des Bergsturzes vom Zugspitzmassiv herabgerollt und hier zur Ruhe gekommen sind. Auch vom acht Kilometer langen Rundwanderweg um den See aus hat man sie immer im Blick. Vom Nordufer aus ließe sich die Eibseer Inselwelt auch erschwimmen. Die Wassertemperatur des immerhin 973 Meter hoch gelegenen Sees klettert zwar auch in heißen Sommern nicht über 19 Grad, dafür ist die Wasserqualität ausgezeichnet und es umgibt die Badenden eine herrliche Gebirgskulisse.

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