Der Sommer der Wiesenweihen

10.06.2024 | Stand 11.06.2024, 9:18 Uhr |

Elegant und anmutig erhebt sich das Wiesenweihenmännchen mit seinen Schwingen in die Luft. − Foto: Brigitte Werle

Weihen gehören innerhalb der Greifvogelgattung zu den Habichtartigen. Kennzeichnend ist ihr gleitender Segelflug mit den schräg nach oben gehaltenen V-förmigen Schwingen. Sie besitzen, ähnlich wie Eulen, einen Gesichtsschleier. Die auffällig angeordneten Federn am Kopf können verschieden eingestellt werden und befähigen die Weihen zu einer Art von Mienenspiel. In erster Linie aber hilft dieser Gesichtsschleier, Beutetiere zu orten.
Bei der eleganten und anmutigen Wiesenweihe herrscht ein ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus, Männchen und Weibchen unterscheiden sich erheblich voneinander. Beim Männchen, das stets kleiner und leichter ist, leuchten aus dem grauen, manchmal leicht blauen Kopf zitronengelbe Augen. Die Körperoberseite ist dunkel asch- bis blaugrau getönt, während seine Unterseite weißlich leuchtet und mit rotbraunen Längsstreifen versehen ist. Die schwarze Flügelbinde sieht man im Flug von oben und unten. Sie bildet ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu anderen Weihenarten. Weibliche Tiere besitzen eine dunkelbraune Körperoberseite, einen dunkel quergebänderten Schwanz sowie eine hellbraune Unterseite mit Längsflecken. Leicht und unbeschwert wirkt der seeschwalbenartige Flug, wenn die Weihe niedrig über die Vegetation gaukelt. Doch ist sie selten geworden in unserer Landschaft. Ihre ursprünglichen Lebensräume wie Hoch- und Flachmoore, ausgedehnte Wiesen und Heidegebiete sind zerstört, die Wiesenweihe musste einen starken Bestandsrückgang verkraften. Ersatzlebensräume fanden sich in Getreidefeldern, wo Raps, Wintergerste oder Winterweizen angebaut werden. Doch diese Ersatzbiotope brachten eine neue Bedrohung mit sich: Denn die Ernte mit Mähdreschern kommt für den Weihennachwuchs oft zu früh. Um die Nester zu schützen, wurden Artenschutzprogramme ins Leben gerufen. Niststandorten werden gesucht, Nester lokalisiert und die betroffenen Landwirte informiert. Zeigt sich ein Bauer einverstanden, wird bei der Ernte erst einmal ein ca. 50 mal 50 Meter großer Bereich ausgespart. Erst wenn die jungen Wiesenweihen flügge sind, wird das Feld vollständig abgeerntet. Für den Mehraufwand erhält der Bauer eine Ausgleichszahlung. Der Nestbereich wird zusätzlich oft durch einen Zaunkäfig vor Feinden, wie Fuchs, Marder, Hermelin, Wildschwein oder Waschbär geschützt. So konnte der Wiesenweihenbestand in den letzten Jahren wieder gesteigert werden. Allein in Bayern zogen im vergangenen Jahr 270 Brutpaare ca. 740 Jungvögel groß. Dabei stand die Wiesenweihe in den 1990er Jahren kurz vor dem Aussterben.
Durch kreischende Laute und außergewöhnliche Schauflüge locken Männchen eine Partnerin an. So wurden auch wir auf die Vögel aufmerksam. Mit schräg aufgestellten, aufwärts gerichteten Flügeln kreiste einer der großen Vögel zunächst weit oben. Dann schien er zu taumeln und ließ sich mit mehreren Überschlägen im Sturzflug herabfallen.

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