"Ich investiere jetzt in gute Aktienfonds"

26.10.2022
−Foto: All Stars Fondsservice GmbH

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Investment-Veteran Walter Schmitz (82) über die Situation an den internationalen Kapitalmärkten, Angst und Unsicherheit der Anleger sowie seine eigene Investmentstrategie.

Mittlerweile mehr als 60 Jahren in der Investmentbranche unterwegs. Initiator von zahlreichen eigenen Investmentfonds. Und auch selbst Investor, der genau das macht, was er anderen empfiehlt. Walter Schmitz wurde kürzlich 82 Jahre alt und hat vor wenigen Monaten einmal mehr einen neuen Aktienfonds mit dem Namen "All Stars 10 × 10" auf den Markt gebracht. Er selbst hat darin einen zweistelligen Millionen-Eurobetrag aus dem Familienvermögen investiert. Weshalb er dies gemacht hat, wie er die momentane Situation insbesondere an den weltweiten Aktienmärkten einschätzt und weshalb er zuversichtlich für die nächsten Jahre ist, erläutert Schmitz im Interview.

Corona, Ukraine-Krieg, historisch hohe Inflationsraten, stark steigende Zinsen, explodierende Energiepreise und noch einiges mehr versetzen die Finanzmärkte seit Jahresbeginn in Unruhe. War es wirklich so klug, ausgerechnet in dieser Zeit einen neuen Aktienfonds auf den Markt zu bringen?

Walter Schmitz. Vor mehr als einem Jahr, im Sommer 2021, haben wir mit der Konzeption des Aktienfonds "All Stars 10 × 10" begonnen. Damals war Corona beinahe schon Alltag. Und mit dem Rest, den Sie in Ihrer Frage erwähnt haben, konnte damals niemand rechnen.

Als der Fonds dann Ende April dieses Jahres von der Aufsichtsbehörde BaFin zugelassen wurde, fuhren die Finanzmärkte, insbesondere die weltweiten Aktienbörsen, schon Achterbahn. Aus mehr als 60 Jahren Investmenterfahrung als Anleger und Initiator weiß ich, dass es den idealen Zeitpunkt schlechthin für die Auflage eines Fonds sowieso nicht gibt.

Vor allem Aktienanleger beklagen momentan teils hohe Verluste. Vor neuen oder weiteren Investitionen schrecken sie aus Angst, noch mehr Geld zu verlieren, zurück. Was sagen oder raten Sie diesen Anlegern?

Langfristig haben Gewinne die Verluste an den Börsen mehr als ausgeglichen

Walter Schmitz. Ich kann Unsicherheit und Angst sehr gut verstehen. Gas und Strom werden fast im Wochenrhythmus teurer, Lebensmittel ebenfalls. Bei der Geldanlage will niemand unkalkulierbare Risiken eingehen.

In den vergangenen gut 60 Jahren habe ich solche Situationen wiederholt erlebt – Turbulenzen an den Börsen mit bisweilen schnellen und sehr drastischen Kursverlusten. Allerdings gab es, auch das weiß ich aus eigener Erfahrung, zahlreiche Phasen, während derer die Aktienmärkte jahrelang nur eine einzige Richtung kannten – nach oben. Unter dem Strich haben diese Haussen mit teils starken Kursgewinnen die vorherigen Schwächezeiten mehr als ausgeglichen. Dies zeigt eindrucksvoll der Chart des Aktienindexes MSCI World.

Aktieninvestments als Marathonlauf

Und was bedeutet das für Sie als Anleger und auch als Fondsinitiator?

Walter Schmitz. Meine Erkenntnis aufgrund der Erfahrungen in den vergangenen Jahrzehnten lautet: Nach wie vor ist es das größte Risiko, nicht zu investieren. Denn auf Dauer, damit meine ich Zeiträume von 20 oder 30 Jahren, bringen gute Aktienfonds mindestens 8 Prozent Gewinn im Jahresschnitt, so viel wie keine andere der gängigen Anlageformen. Allerdings sind Investments in Aktien und Aktienfonds kein Sprint, sondern eher ein Marathon.

Wie schätzen Sie die Situation momentan an den Aktienmärkten ein? Der ideale Zeitpunkt für den Start eines Marathonlaufs?

Walter Schmitz. Zweifellos haben wir es mit Ereignissen zu tun, die wir seit Ende des Zweiten Weltkriegs in dieser Bündelung und Parallelität nicht mehr erlebt haben. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich angesichts dessen ruhig und gelassen bliebe.

Nach wie vor sind die internationalen Kapitalmärkte, insbesondere die Aktienbörsen, sehr anfällig für schlechte Nachrichten – ganz egal, woher diese kommen. Denn was die Börsen in guten Zeiten problemlos wegstecken, kann in Phasen wie momentan zu heftigen und bisweilen auch übertriebenen Reaktionen führen.

Niemand weiß dies, keiner kann das vorhersagen. Nur Mutmaßungen sind möglich. Weil Investoren Unsicherheiten nicht mögen, gehen sie derzeit kaum längerfristige Engagements an den Aktienmärkten ein und drücken oft – selbst bei noch so harmlos an anmutenden Anlässen – die Exit-Taste.

Deshalb jetzt besser einen großen Bogen machen um Aktien und Aktienfonds?

Walter Schmitz. Diese Reaktion wäre verständlich, aber in meinen Augen auch falsch. Ein Börsen-Bonmot, das dem Bankier Carl Mayer von Rotschild zugeschrieben wird, lautet: Kaufen, sobald die Kanonen donnern. Oder weniger martialisch formuliert: Im billigen Einkauf liegt der Gewinn, wie jeder Kaufmann weiß.

Was bedeutet dies?

Walter Schmitz. Die Stimmung an den Aktienmärkten ist momentan so schlecht wie lange nicht. Was im teils krassen Gegensatz zur wirtschaftlichen Lage zahlreicher Unternehmen steht. Es gibt auffallend viele Firmen, die jetzt sehr gute Gewinne erzielen. Überdies signalisieren die Auftragsbücher weltweit agierender Unternehmen sowie zahlreicher kleinerer und mittelständischer Betriebe eine hervorragende Geschäftslage.

"wir haben einen zweistelligen Millionen-Eurobetrag investiert"

Kommt da jetzt der beschwichtigende Anlageberater und Fonds-Initiator zum Vorschein?

Walter Schmitz. Sicher nicht, denn ich habe selbst investiert. Bei unserem neuen Fonds, dem "All Stars 10 × 10" Aktienfonds, einen zweistelligen Millionenbetrag aus unserem Familienvermögen. Einfach weil meine Familie und ich fest davon überzeugt sind, dass das Konzept funktioniert und dass unser Aktienfonds längerfristig ein erstklassiges Investment ist. Unsere Millionen-Investition dürfte aber auch allen Anlegern ein gutes Gefühl geben, selbst zu investieren – ob nun in einem Fonds-Sparplan mit 50 Euro im Monat oder aber mit einer höheren Einmalanlage.

Wie schaut denn das Konzept Ihres Fonds aus?

Walter Schmitz. Bevor ich Ihre Frage beantworte, noch eine Anmerkung: Wir arbeiten mit einem der erfolgreichsten Fondsmanager zusammen – mit Dr. Hendrik Leber, Gründer und führender Kopf des Vermögensverwalters Acatis. Sein Team und er managen unseren Fonds.

Zum Konzept: Gemeinsam haben wir zehn Anlagethemen herausgefiltert, die wir in den kommenden Jahren und Jahrzehnten für sehr chancenreich halten. Acht Experten aus dem Managementteam von Dr. Leber wählen für jedes dieser Themen die aus ihrer Sicht zehn attraktivsten Unternehmen aus. Das Fonds-Portfolio kann also höchstens 100 Aktien enthalten. Da es aber Überschneidungen gibt, sind es tatsächlich momentan gut 80 unterschiedliche Werte.

Ich glaube, diese Strategie ist transparent, verständlich und vor allem für private Anleger sehr eingängig. Alles in allem also ein Aktienfonds-Investment mit erstklassigen Gewinnchancen – zumal in Kombination mit einem der besten und erfolgreichsten Fondsmanager.

Und mit welcher Rendite können Investoren am Ende rechnen?

Walter Schmitz. Das kann ich Ihnen beim besten Willen nicht sagen, weil bei keiner Aktieninvestition der Gewinn von vornherein feststeht. Stattdessen orientiere ich mich an den Wertentwicklungen meiner früheren Fonds. Diese haben im jährlichen Schnitt zwischen 8 und 10 Prozent Gewinn gebracht. Beim "All Stars 10 × 10" Aktienfonds sollte das nicht anders.