Mit Dampf
Zu heiß gewaschen? So retten Sie eingelaufene Pullis

21.12.2023 | Stand 27.02.2024, 1:13 Uhr

Frau packt Wäsche in die Waschmaschine - Ihr Lieblingsoberteil kommt eine Nummer kleiner aus der Maschine? Unter Umständen kann dann ein Dampfbügeleisen hilfreich sein. - Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Kleidungsstücke lange tragen und nicht dauernd neue kaufen: Das ist gut für Geldbeutel und Umwelt. Doch schrumpft das Kleidungsstück in der Wäsche, ist der Tragespaß oft kürzer als erhofft. Was tun?

Moment, war der nicht eigentlich viel größer? Ist der Pullover beim Waschen eingelaufen, ist das vor allem eines: ärgerlich. Doch manche geschrumpfte Stücke lassen sich mit einem gängigen Haushaltsgerät wieder in Form bringen: dem Dampfbügeleisen.

Dessen Dampf kann helfen, das zusammengezogene Gewebe zu entspannen und den Pullover beim Bügeln leicht zu dehnen. Ein Trick, der laut Bernd Glassl, Reinigungsexperte vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW), besonders bei eingelaufenen Textilien aus Viskose gut funktioniere.

Doch Vorsicht: Werfen Sie zunächst einen Blick aufs Pflegeetikett des Kleidungsstücks. Die Punkte im Bügelsymbol kennzeichnen die maximalen Temperaturbereiche, in denen Sie es bügeln können. Drei Punkte stehen für heiß bügeln bei bis zu 200 Grad, bei zwei Punkten darf das Bügeleisen bis zu 150 Grad heiß werden, bei einem Punkt sollte man vorsichtig vorgehen und eine Temperatur von 110 Grad nicht überschreiten.

Ist der Pullover beim Waschen lediglich etwas enger geworden, kann man auch versuchen, ihn einfach anzuziehen und einzutragen oder ihn vor dem Tragen sanft in Form zu ziehen, so Glassl.

Wollpullis richtig waschen

Doch nicht jedes einmal eingelaufene Stück lässt sich retten. Bei stark geschrumpften Pullovern aus Wolle kann ein Dampfbügeleisen laut Glassl wenig bewirken. Und auch der häufig gehörte Tipp, das Stück noch einmal mit Haarconditioner oder Babyshampoo zu waschen, bringt dann wenig. „Wenn Sie die Wolle schon ruiniert haben, dann hilft ein nochmaliges Waschen auch nicht.“

Die einmal eingegangenen Stücke bleiben in dem Fall meist nicht nur zu klein. Sie sind oft auch so verfilzt, dass sie selbst für Menschen mit kleinerer Konfektionsgröße nicht mehr angenehm zu tragen sind.

Will man von Wollpullis möglichst lange etwas haben, ist es also am sinnvollsten, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Bernd Glassl rät dafür in jedem Fall, die im Textilpflegeetikett angegebene Waschtemperatur nicht zu überschreiten, ein Wollwaschmittel zu verwenden und die Stücke am besten bei einem Wollwaschprogramm in der Maschine zu waschen.

Vorsicht bei Materialmix

Wäscht man mit der Hand, sollte man Wollpullis nicht auswringen, sondern das Wasser vorsichtig ausdrücken und anschließend auf dem Trockengestell liegend oder auf einem ausgebreiteten Handtuch trocknen lassen.

Übrigens: Auch bei Stoffen, die unempfindlich wirken, ist der Blick aufs Textilpflegeetikett vor dem Waschgang zu empfehlen. „Denn was immer passieren kann, ist, dass das Nähgarn aus einem anderen Material ist“, sagt Glassl. „Also Sie haben zum Beispiel einen Baumwollpullover, aber das Nähgarn ist dann trotzdem aus Synthetikmaterial - und wenn sich dieses Nähgarn einzieht, dann haben sie an den Stellen, wo die Stoffe zusammengenäht sind, eine Schrumpfung.“

Die im Pflegeetikett angegebene Waschtemperatur bezieht sich deshalb immer „auf das empfindlichste Material im ganzen Erzeugnis“.

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