Zeichen richtig deuten
So erkennen Sie, ob Ihr Kind noch Mittagsschlaf braucht

23.05.2023 | Stand 02.06.2023, 11:07 Uhr |

Ein kleines Kind schläft - Wie lange ein Kind Mittagsschlaf braucht, hängt nicht vom Alter ab. - Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Es gibt Kinder, die weigern sich schon mit zwei Jahren Mittagsschläfchen zu machen, andere haben mit fünf mittags noch ein Schlafbedürfnis. Auf diese Zeichen sollten Eltern achten.

Eine konkrete Altersangabe, ab wann ein Kind keinen Tagschlaf mehr braucht, gibt es nicht. So lange Kinder mittags schlafen wollen, sollte man sie auch lassen, rät Claudia Oberle, Diplompsychologin in der Sozialpädiatrie des Klinikums Stuttgart auf dem Onlineportal der Zeitschrift «Leben & erziehen».

Wolle das Kind allerdings nicht mehr mittags ins Bett, sollte man es auch nicht zwingen. Oberle empfiehlt dann sogar das Gegenteil: Man sollte es ruhig auch mal ohne ein Mittagsschläfchen probieren und schauen, wie es den Tag übersteht.

Zeichen, die für Mittagsschlaf sprechen

Wenn das Kind am Tag nicht schläft, aber trotzdem gut drauf ist und das abendliche Einschlafen genauso gut funktioniert, dann brauche es den Mittagsschlaf nicht mehr, so Oberle. Seien Kinder aber im Laufe des Nachmittages durch ihre Müdigkeit schlecht gelaunt, weinerlich und anhänglich und schlafen abends durch die Überreizung des Tages schlecht ein oder weit vor der regulären Zubettgehzeit, seien das eindeutige Zeichen: Das Kind braucht den Mittagsschlaf doch noch.

Kind nicht aus dem Schlaf reißen

Auch die Schlafdauer würde Claudia Oberle nicht vorschreiben: Grundsätzlich sollte man sein Kind nie wecken. Grund: Man könnte eine ungünstige Schlafphase erwischen, etwa die Traumphase oder den Tiefschlaf. Beides sei schwierig. Dann könne die Laune des Kindes auch schnell mal den Nachmittag verderben.

Lässt sich ein Wecken nicht vermeiden, weil etwa ein Termin ansteht, rät die Psychologin in der Babysprechstunde zu sanftem Aufwecken: Langsam Gardinen zurück schieben und Licht ins Zimmer lassen, leise sprechen und mit der flachen Hand von Füßen und Beinen an Richtung Kopf streicheln. Das wirkt anregend. Andersherum von oben nach unten wirkt es beruhigend, sagt Oberle.

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