Zum Start der Europameisterschaft
Deutschland, Frankreich oder doch ein Underdog? Meistertrainer der Region geben ihren EM-Tipp ab

14.06.2024 | Stand 14.06.2024, 15:46 Uhr |

Kapitän Ilkay Gündogan und die deutsche Nationalmannschaft hoffen auf den EM-Titel im eigenen Land. − Foto: imago images

Die EM-Party kann losgehen. Mit dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland starten die Titelkämpfe. In etwas mehr als vier Wochen steht fest, wer sich in diesem Jahr die europäische Krone aufsetzt. Deutschland, England, Frankreich oder doch irgendein Underdog? Diejenigen, die sich mit dem Gewinnen auskennen – vor allem in der vergangenen Saison – sind die Meistertrainer der Region. Grund genug also, deren Einschätzung zu hören. Wen sehen sie ganz vorne, und wie viel trauen sie dem Gastgeber zu? Heimatsport.de hat bei den erfolgreichen Coaches der Bezirksliga bis Kreisklasse nachgefragt.

•Albert Deiter (ESV Freilassing, Meister Bezirksliga Ost): Allgemein ist es schön, dass wieder eine EM in Deutschland ist. Das ist schon eine besondere Zeit. Zu den Favoriten gehören Altbekannte wie England. Europameisterschaften sind aber auch immer interessant für Underdogs. Das deutsche Team ist noch in der Findungsphase. Es ist eine zusammengewürfelte Mannschaft mit Spielern aus mehreren Vereinen. Da braucht es Zeit, bis man ein eingeschworener Haufen ist. Natürlich kann sich eine Eigendynamik entwickeln, vor allem mit dem Heimvorteil. Ich bin überzeugt, dass wir die Gruppenphase überstehen. Dann muss man von Spiel zu Spiel schauen, vielleicht ist auch das Finale drin. Aber für den Titel fehlt noch ein Tick.
Nenad Grizelj (TSV Bad Endorf, Meister Kreisliga 1): Ich rechne mit den üblichen Verdächtigen. Die Franzosen schätze ich stark ein, sie gehören zum Kreis der Topfavoriten. Deutschland auch, mit den Zuschauern im Rücken. Ich hoffe, dass gleich am Freitag etwas entfacht wird. Wir haben ja alle noch gute Erinnerungen an 2006. Das war schon beeindruckend. Emotionen sind ein wichtiger Punkt, und das macht Deutschland zu einem Favoriten. Mein Geheimfavorit ist Kroatien – auch als Kroate. Eine oft unterschätzte Mannschaft, wenn man sich die letzten Turniere anschaut. Sie haben viel Herzblut reingesteckt. Wir leben von der Geschlossenheit und haben berechtigte Außenseiterchancen.
•Dominik Otter (TSV Fridolfing, Meister Kreisliga 2): Einen richtigen Favoriten gibt es für mich nicht. Dazu sind viele Mannschaften zu ausgeglichen. Da werden Kleinigkeiten oder die Tagesform entscheiden. Wenn ich mich entscheiden müsste, tippe ich auf England. Bei den Deutschen geht’s zum Glück wieder bergauf, ich glaube aber, dass im Viertelfinale Schluss ist.
Marcell Arnold (TSV Neuötting, Meister Kreisklasse 3): Ich sehe Frankreich und England ganz vorne. Sie haben gute Einzelspieler und waren bei den letzten Turnieren gut dabei. Italien ist auch immer eine Turniermannschaft. Als Geheimfavoriten sehe ich die Schweiz. Natürlich hoffe ich auf Deutschland mit dem Heimvorteil im Rücken. Die Gruppenphase zu überstehen, sollte drin sein. Ob’s mit dem Viertelfinale klappt oder es sogar noch weitergeht, da bin ich etwas vorsichtig. Aber mit Toni Kroos’ Erfahrung und Jungspunden wie Florian Wirtz sind wir nicht zu unterschätzen.
Sebastian Schallinger (SV Oberteisendorf, Meister Kreisklasse 4): Als Fußballtrainer hat man natürlich großes Interesse an der Heim-Europameisterschaft. Ich möchte mir so viele Begegnungen wie möglich im Fernsehen ansehen. Einen Favoriten zu nennen, ist schwierig. Ich hoffe natürlich, dass die deutsche Mannschaft um den Titel mitspielen kann. Das Feld ist aber ausgeglichen. Frankreich wird sicherlich eine Rolle spielen. Ich traue auch Österreich viel zu. Sie haben ein starkes Team und sind definitiv für die eine oder andere Überraschung gut.

− aic