München/Straßkirchen-Irlbach
Von China nach Irlbach-Straßkirchen

15.05.2024 | Stand 15.05.2024, 19:13 Uhr

„Echtes Schmankerl“: BMW-Chef Oliver Zipse mit dem Visionsmodell Neue Klasse X. − Foto: BMW

Von China über die USA nach Niederbayern: Auf diesen geografischen Schnelldurchgang ging gestern Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse vor den Aktionären der BMW-AG. Wie schon in den Vorjahren blieben Aufsichtsrat und Vorstand unter sich in München. Die Hauptversammlung fand online statt.

Dabei sprach sich der Vorstands-Chef des bayerischen Autokonzerns einmal mehr gegen Zölle gegen die befürchtete Flut an Billig-E-Autos aus China aus, so wie es die USA gerade angekündigt haben. „Zölle führen zu neuen Zöllen“, warnte er.

Freilich nicht uneigennützig, denn China ist für BMW wiederum ein bedeutsamer Markt. Sechs Millionen Autos hat BMW in seinem Werk in Shenyang seit 2003 produziert, allein eine Million innerhalb der letzten 15 Monate, wie er den „China Speed“ beschrieb. Zum Vergleich: In Dingolfing – Europas größtes Produktionswerk von BMW – laufen im Jahr knapp 300000 Autos vom Band.

Ein Drittel seiner Autos verkauft BMW in Europa. Mit ein Grund für den Vorstandsvorsitzenden, auf die Bedeutung von Europa einzugehen – und für die Europawahl bzw. den Urnengang zu werben, um dann nach Niederbayern zu kommen: „Kennen Sie Irlbach-Straßkirchen?“, lächelte Zipse in die Kamera und kam auf die geglückte und schnelle Genehmigung des neuen Batteriemontagewerks für die bayerischen Autowerke im Landkreis Straubing-Bogen zu sprechen. „Das war kein Selbstläufer“, so Zipse, man habe „intensiv diskutiert“, beschrieb er die Proteste vor Ort. Aber: „So entsteht Vertrauen“, denn der Bürgerentscheid im Herbst 2023 ging klar für BMW aus. Das heißt: „Global funktioniert nur lokal“.

Finanzvorstand Walter Mertl berichtete unter anderem vom Aktienrückkaufsprogramm des Konzerns, um das Grundkapital zu erhöhen. Davon profitieren übrigens auch die Beschäftigten, denn sie konnten Stammaktien günstig erwerben. 33000 Mitarbeiter haben das Angebot angenommen, so Mertl.

Die Beschäftigten profitieren ebenso wie die Aktionäre vom Erfolg des Konzerns, der für das Vorjahr 3,8 Milliarden Euro ausschüttet. Das bedeutet eine Dividende von 6 Euro pro Stammaktie und 6,20 Euro pro Vorzugsaktie.

− ek