Konflikt
Sudan: RSF verkündet einseitige Waffenruhe

27.06.2023 | Stand 28.06.2023, 1:21 Uhr

Neue Waffenruhe - Menschen bereiten in einem Viertel von Khartum Essen zu. Im Sudan soll eine Waffenpause gelten. - Foto: -/AP/dpa

Im Sudan erschüttern Kämpfe der RSF-Miliz gegen die Streitkräfte der sudanesischen Armee das Land. Erneut wurde eine Waffenruhe ausgerufen. Die UN rechnen trotzdem mit einer hohen Flüchtlingszahl.

Der Anführer der RSF-Miliz im Sudan, Mohamed Hamdan Daglo, hat laut Medienberichten vor dem islamischen Opferfest morgen eine einseitige Waffenruhe ausgerufen. Die Feuerpause soll demnach von Dienstag bis Mittwoch dauern. Die Armee reagierte auf die angekündigte Waffenruhe zunächst nicht.

Noch am Wochenende hatte die Intensität der Gefechte in dem seit Mitte April andauernden Konflikt zwischen den Rapid Support Forces (RSF) und der sudanesischen Armee erneut zugenommen. Daglo verurteilte die Übergriffe auf Zivilisten und nahm dabei auch seine eigenen Soldaten nicht aus. Auf Twitter teilten die RSF zudem mit, ein Feldgericht einrichten zu wollen, um Straftäter zur Rechenschaft zu ziehen.

Im Sudan kämpfen die RSF des früheren Vize-Machthabers Daglo gegen die Streitkräfte unter der Führung von De-facto-Staatschef Abdel Fattah al-Burhan. Die beiden Generäle hatten sich 2019 und 2021 gemeinsam an die Macht geputscht, später aber zerstritten. Seit Beginn des Konflikts gibt es Berichte über sexuelle Gewalt, Plünderungen und Übergriffe insbesondere durch die RSF.

UN rechnen nun mit mehr als einer Million Flüchtlinge

Der Machtkampf treibt immer mehr Menschen in die Flucht. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) dürfte seine Prognosen anheben, wie der stellvertretende Hochkommissar für Flüchtlinge, Raouf Mazou, in Genf sagte. Es war bislang von rund einer Million Flüchtlinge aus dem Sudan bis Oktober ausgegangen.

«Wenn wir die Trends anschauen, die Lage in Darfur, dürften wir mehr als eine Million Flüchtlinge bekommen», sagte Mazou. Allein im Nachbarland Tschad, das an die Unruheregion Darfur grenzt, rechne man inzwischen nicht mehr mit 100.000, sondern mit 245.000 Flüchtlingen. Mazou war gerade zu Besuch in der Region.

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