Mit Grafiken
So viel teurer wurden Sprit, Energie und Lebensmittel in Bayern durch den Ukraine-Krieg

29.02.2024 | Stand 06.03.2024, 15:48 Uhr

Egal ob Sprit, Lebensmittel oder Energie: Durch den Krieg in der Ukraine wurde auch im Freistaat vieles teurer. − Foto: Monika Skolimowska/dpa

Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg in die Ukraine. Am meisten leiden darunter freilich die direkt betroffenen Menschen in der Ukraine, aber der Krieg zieht seine Kreise auch weit darüber hinaus. Auch in Bayern merkt man die Auswirkungen des Krieges – weitgehend wirtschaftlich.



Gestiegene Lebensmittelpreise, höhere Spritkosten und nicht vorhandenes Sonnenblumen- oder Rapsöl: Der ein oder andere Verbraucher dürfte sich in den vergangenen beiden Jahren dabei erwischt haben, auf die gestiegenen Preise und in diesem Zusammenhang über den Krieg in der Ukraine zu schimpfen. Doch wie genau fällt die Preissteigerung aus? Wie hat sie sich seit dem 24. Februar 2022 entwickelt? Und ist sie objektiv auch so hoch, wie subjektiv im eigenen Geldbeutel?

„Krieg bei der Preisentwicklung in Bayern spürbar“



Das Statistische Landesamt veröffentlicht in seinem Themendossier: „Ukraine – Russische Föderation: Auswirkungen des Krieges auf Bayern“ Zahlen dafür und schreibt deutlich: „Der Krieg in der Ukraine ist auch bei der Preisentwicklung in Bayern spürbar.“ Dennoch schränken die Statistiker ein: „Des Weiteren beeinflussen bekanntermaßen viele nationale und internationale Faktoren einer globalen arbeitsteiligen Gesellschaft die Verbraucherpreise mit.“ Verglichen werden die Zahlen anhand des „Verbraucherpreisindex“, den das Amt aus monatlich erhobenen Preisinformationen berechnet, wie es erklärt.

Preissteigerungen: So sieht es bei Kraftstoff und Öl aus





Gerade an der Tankstelle bemerkten viele den Krieg schnell. Der Verbraucherpreisindex unterstützt diesen Eindruck. Während dieser für „Kraft- und Schmierstoffe für Fahrzeuge“, wie die Statistiker genau schreiben, im Februar 2022 noch bei 138,8 lag, schnellte er ab März nach oben, auf 176. Am Verlauf der Grafik lässt sich auch gut der Effekt des „Tankrabatts“ von Juni bis September erkennen, der die Preise vorübergehend drückte. Mittlerweile hat sich der Index wieder eingependelt und liegt etwa auf dem Vorkriegsniveau von 2022.

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Strom und Gas wurden teurer





Nicht wieder auf dem Vorkriegsniveau ist der Verbraucherpreisindex für Strom, Gas und andere Brennstoffe. Dieser zog nicht so schlagartig an wie etwa bei den Kraftstoffpreisen, steigerte sich aber von 118,8 im Februar 2022 kontinuierlich auf einen Spitzenwert von 163,4 im November 2022. Hier griff abermals die Bundesregierung ein und übernahm den Dezemberabschlag für Gas und Wärme, ehe sie Anfang 2023 auf die Strom-, Gas- und Wärmepreisbremse trat, die bis Ende des Jahres galt. So hat sich der Verbraucherpreisindex stabilisiert, Tendenz zuletzt sogar eher sinkend.

Preis für Pflanzenöl explodiert regelrecht



Regelrecht explodiert ist der Index von Sonnenblumenöl, Rapsöl und Ähnlichem. Vor dem Krieg lag der Verbraucherpreisindex hier bei 131,1. Innerhalb von drei Monaten stieg der Wert auf über 200 und erreichte im Dezember 2022 den Höchstwert von 217,3. Seitdem sinkt er zwar kontinuierlich, von den Zahlen vor dem Krieg ist er aber noch ein gutes Stück entfernt.

Brotpreis steigert sich Monat für Monat– Auch Mehl teurer



Eine gewichtige Rolle spielt im Krieg auch seit jeher das Getreide. Die Ukraine und Russland gelten schließlich als „Kornkammern der Welt“. Peu à peu ist daher auch der Verbraucherpreisindex für Brot und Getreideerzeugnisse zwischen Anfang 2022 und Ende 2023 gestiegen. Gestartet bei 107,2 im Februar 2022 steigerte er sich bis vom Dezember 2022 (126,9) über den Juli 2023 (137,1) auf den bisherigen Höchststand von 137,7 im Dezember 2023.



Bei Mehl und anderen Getreideerzeugnissen zeigt sich die Kurve dagegen eigenwillig. Hier sorgte der Kriegsausbruch zunächst nur für einen recht moderaten Anstieg des Verbraucherpreisindex von 125,2 im Februar 2022 auf 133,9 im Juni 2022. Zwischenzeitlich sank er wieder auf 127,7 (Oktober 2022), um dann im November 2022 auf 144,6 zu springen. In diesem Zeitraum kündigte Russland erstmals das sogenannte Getreideabkommen mit der Ukraine auf, um es dann aber wieder aufzunehmen und es dann im Juli 2023 wieder zu beenden. Der Index stieg inzwischen weiter. Erst seit Oktober 2023 ist er wieder im Sinkflug.