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Laschet kritisiert die Kirchen für zu viel Selbstbeschäftigung

17.05.2024 | Stand 18.05.2024, 5:44 Uhr

Armin Laschet (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. − Foto: Kappeler, dpa

Der CDU-Politiker Armin Laschet hat anlässlich des Pfingstfests, dem Hochfest der Kirche, die beiden großen christlichen Konfessionen kritisiert.



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„Es ist bedauerlich, dass die christlichen Kirchen die Aufgabe, unserer demokratischen Gesellschaft durch Wertevermittlung Orientierung zu geben, nicht mehr so erfüllen, wie das erforderlich wäre. Aus meiner Sicht beschäftigen sich die Kirchen zu viel mit sich selbst“, sagte Laschet den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

„Schon während der Corona-Pandemie, als die Menschen Orientierung suchten, hörte man von den Kirchen relativ wenig. In unseren Zeiten einer eklatanten gesellschaftlichen Spaltung wäre die Stimme der Kirche wichtig. Gerade unser Gemeinwesen wäre auf diese Beiträge angewiesen. Es ist ein Vakuum entstanden“, so der Katholik Laschet.

Lieber um synodale Wege oder interne Fragen kümmern als um die großen gesellschaftlichen Fragen?



Dieses Vakuum werde allenfalls von Populisten und Anbietern von kurzlebigen Ersatzreligionen gefüllt. Es gebe zu wenige Texte von kirchlichen Stellen und Würdenträgern, zu wenige Beiträge, die die Gesellschaft gestalteten, sagte Laschet. „Es mag eine bewusste Entscheidung der Kirchen sein, sich lieber um synodale Wege oder interne Fragen zu kümmern als um die großen gesellschaftlichen Fragen. Der Gesellschaft dienen sie damit nicht in angemessener Art und Weise. Die Kirchen fehlen. Ich bedauere das sehr.“