GRU in Verdacht
Das rätselhafte Havanna-Syndrom: Steckt doch der russische Geheimdienst dahinter?

02.04.2024 | Stand 02.04.2024, 13:48 Uhr

Übelkeit und Kopfschmerzen traten bei US-amerikanischen Diplomaten in der Botschaft in Havanna auf. Der russische Geheimdienst steht nun unter Verdacht, die Beschwerden künstlich hervorgerufen zu haben.  − Symbolbild: Ramon Espinosa/dpa

Journalisten aus Deutschland, den USA und Russland haben Hinweise darauf gefunden, dass hinter dem sogenannten Havanna-Syndrom bei US-Diplomaten womöglich doch Angriffe des russischen Geheimdienstes stecken könnten.



„Die neuen Informationen legen nahe, dass Russlands Militärgeheimdienst dafür verantwortlich ist, beweisen es jedoch nicht. Zuvor waren die US-Geheimdienste zu dem Schluss gekommen, dass es „sehr unwahrscheinlich ist, dass ein ausländischer Gegner dafür die Verantwortung trägt“, schreibt die Washington Post. Sie müssen dies noch einmal überprüfen.

Was ist das Havanna-Syndrom?



Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Havanna-Syndrom? Darunter versteht man plötzlich auftretende Kopfschmerzen und Übelkeit, die bei Diplomaten der US-Botschaft in Havanna und deren Angehörigen auftraten. Durch Umwelteinflüsse oder Vorerkrankungen sind die Beschwerden nicht erklärbar.

Umfassende Untersuchung der US-Geheimdienste



Die US-Geheimdienste müssen eine umfassende, energische Untersuchung durchführen, die alle Gesichtspunkte der Vorfälle berücksichtigt – was bei solchen Ermittlungen manchmal leichter gesagt als getan ist. Es muss alles einbezogen werden: Informationen zur Spionageabwehr, Erkenntnisse aus der Fallermittlung, klinische Daten und mögliche Umsetzungspläne für die Angriffe (...).

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Täter sollen ermittelt werden, falls es vorsätzliche Angriffe waren



Die Untersuchung benötigt Zugang zu allen verfügbaren Informationen – auch zu solchen, die bislang verheimlicht oder ignoriert wurden – und sie muss frei von vorgefassten Meinungen über die Geschehnisse sein. (...) Wenn es sich bei den Vorfällen um vorsätzliche Angriffe handelt, muss der Täter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.“

− dpa/sum