Ausgedachte Freunde von Kindern
Diesen Freund siehst nur du: Familienfilm „IF: Imaginäre Freunde“ ab 16. Mai im Kino

15.05.2024 | Stand 15.05.2024, 17:09 Uhr

Die zwölfjährige Bea (Cailey Fleming, bekannt aus „The Walking Dead“) hat eine besondere Gabe: Sie sieht den ausgedachten Kindheitsfreund eines jeden Menschen. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Cal (Ryan Reynolds) begibt sie sich auf ein Abenteuer. − Foto: dpa

Von Janina Heinemann

Manche dürften sie aus der eigenen Kindheit kennen, die imaginären Freunde. Kinder erfinden öfter mal Fantasie-Lebewesen, die außer ihnen niemand sehen kann. Darüber hat John Krasinski, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und zweifacher Papa, nun einen liebevollen Familienfilm gemacht.



Die zwölfjährige Bea (Cailey Fleming) hat es nicht leicht. Ihre Mutter ist schon lange tot, ihr Vater (John Krasinski) hat eine schwere Operation vor sich. Deshalb kommt sie bei ihrer Großmutter (Fiona Shaw) unter. Dort entdeckt sie eine besondere Gabe: Sie sieht die imaginären Freunde der Menschen.

Bea will Menschen mit Freunden vereinen

Der Einzige, der das auch kann, ist ihr neuer Nachbar Cal, gespielt von Hollywoodstar Ryan Reynolds. Sein „Luftfreund“ ist ein riesiges lila Plüschtier. Gemeinsam begeben sich die beiden auf ein Abenteuer. Ihre Mission: Die „IFs“ (kurz für imaginäre Freunde) müssen wieder mit ihren Menschenfreunden verkuppelt werden. Die haben ihre unsichtbaren Compagnons nämlich mit dem Erwachsenwerden vergessen.

Die „IFs“ kommen übrigens in jeder möglichen Form und Farbe daher: als Einhorn, als fliegender Super-Dog, als Glas Wasser mit Eiswürfeln, als Blume, Astronaut oder auch als Running Gag: Ein „IF“ ist unsichtbar – eine ständige Stolperfalle für Beas Nachbar Cal. Auch das tollpatschige, aber herzensgute, dicke Kuschelmonster Blue, die umsorgende Schmetterlingsdame Blossom und der weise Teddybär Lewis gehören dazu.

Die 17-jährige Cailey Fleming, bekannt aus der Serie „The Walking Dead“, spielt die melancholische, aber auch sehr begeisterungsfähige junge Bea wunderbar. Ryan Reynolds („Ted“, „Deadpool“) überzeugt als netter Nachbar. Der Film ist ein herzliches Vergnügen mit witzigen ebenso wie mit nachdenklichen Tönen. In der deutschen Fassung sind unter anderem die Promis Rick Kavanian, Christiane Paul und Lina Larissa Strahl zu hören.

Ryan Reynolds erzählt in einem Interview mit der US-Zeitung „Entertainment Weekly“, seine Mutter schwöre, dass er früher selbst einen „IF“ gehabt habe. Der Schauspieler ist sich sicher, dass es sein Bruder gewesen sei – mit dem imaginären Bären Pokey. „Wir mussten alle respektvoll mit Pokey umgehen, denn selbst als Kind war mir der Bewältigungsmechanismus bewusst: Pokey war ein Freund für meinen Bruder, den er dringend brauchte“, erinnerte sich Reynolds. „Ich glaube, wir alle tragen eine Version unserer imaginären Freunde mit ins Erwachsenenalter“, sagt Reynolds. „Manchmal nehmen sie die Form eines Hundes oder einer Katze oder eines Partners oder eines Freundes aus dem wirklichen Leben an, aber sie alle erfüllen uns oder beschützen uns auf ähnliche Weise.“


•USA 2024, von John Krasinski, mit Ryan Reynolds, Cailey Fleming, John Krasinski und den deutschen Stimmen von Rick Kavanian, Christiane Paul und Lina Larissa Strahl, 104 Minuten, frei ab 0 Jahren