Renommierter Literaturpreis
Als erste Deutsche: Jenny Erpenbeck gewinnt den International Booker Prize

22.05.2024 | Stand 22.05.2024, 11:51 Uhr

Strahlende Gewinnerin: Jenny Erpenbeck erhält für ihren Roman „Kairos“ den International Booker Prize in London.  − F.: Pezzali, AP, dpa

Die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck (57) hat zusammen mit dem Übersetzer Michael Hofmann als erste Deutsche den International Booker Prize für ihren Roman „Kairos“ erhalten. Er erzählt vor dem Hintergrund der untergehenden DDR die zerstörerische Liebesgeschichte zwischen einer jungen Studentin und einem verheirateten älteren Mann. Erpenbeck, die bereits fünf Mal für den Booker Prize nominiert war, gelinge in dem Roman die verschlungene Verbindung aus persönlichem und nationalem Wandel, lobte die Jury. Die Entscheidung sei mit überraschender Einstimmigkeit getroffen worden, so Jury-Vorsitzende Eleanor Wachtel. Übersetzer Hofmann habe es vermocht, „die Eloquenz und Exzentrizität von Erpenbecks Schreibstil, den Rhythmus ihrer Sätze und die Weite ihres emotionalen Vokabulars“ einzufangen.

Der Internationale Booker-Preis wird jährlich für das beste belletristische Einzelwerk aus aller Welt verliehen, das ins Englische übersetzt und im Vereinigten Königreich und/oder in Irland veröffentlicht wurde. Mit dem Preis soll nach Angaben der Jury auch die wichtige Arbeit von Übersetzern gewürdigt werden. Das Preisgeld von 50000 Pfund (58.400 Euro) wird zu gleichen Teilen zwischen dem Autor und dem Übersetzer aufgeteilt.

Erpenbeck wurde 1967 im damaligen Ost-Berlin geboren. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und der Musiktheater-Regie arbeitete sie als Regisseurin. 1999 erschien ihr erster Roman „Geschichte vom alten Kind“. US-Literaturkritiker sehen Jenny Erpenbeck als schon als künftige Nobelpreisträgerin.

− kna