Klima
Versicherer: Deutlich mehr Unwetterschäden in Bayern

27.05.2024 | Stand 28.05.2024, 5:49 Uhr

Aufräumarbeiten in Lindau - Umgestürzte Bäume und Äste liegen auf einem Wohnwagen auf einem Campingplatz in Lindau. - Foto: Jason Tschepljakow/dpa

Unwetter wie Hagel, Sturm und Starkregen sind im vergangenen Jahr häufig über den Freistaat hinweggefegt. Bei den Versicherern macht sich das in deutlich höheren Schadenssummen bemerkbar.

Die Summe der Unwetterschäden in Bayern hat sich nach Angaben der Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Wetterextreme wie Sturm, Hagel, Starkregen und Hochwasser sorgten 2023 für Schäden in Höhe von rund zwei Milliarden Euro, wie eine Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag in Berlin mitteilte. Im Vorjahr hatte die Schadenssumme demnach noch 700 Millionen Euro betragen.

Auf Schäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben entfielen den Angaben zufolge rund 1,2 Milliarden Euro. Dazu kamen rund 830 Millionen Euro bei den Kfz-Versicherern.

Beim Blick auf die Häufigkeit von Schäden an Wohngebäuden lag Bayern 2023 demnach bundesweit an zweiter Stelle. Von 1000 Versicherungsverträgen für Wohngebäude waren im Schnitt 27,3 von einem Sturm- und Hagelschaden betroffen (2022: 17,7). Nur in Schleswig-Holstein (31) waren laut GDV im Verhältnis noch mehr Wohngebäude betroffen.

Auch die Schäden durch Starkregen und Hochwasser haben laut der Versicherungswirtschaft deutlich zugenommen. Auf 1000 Versicherungsverträge mit Elementardeckung kamen im vergangenen Jahr demnach 9,5 Schadensmeldungen (2022: 4,5). Einen deutlichen Anstieg verzeichnete der Verband zudem bei Unwetterschäden in der Kfz-Versicherung mit 19,3 Betroffenen pro 1000 Verträge (2022: 8,8).

Während fast alle Wohnhäuser im Freistaat laut GDV-Statistik gegen Sturm und Hagel abgesichert sind, verfügen demnach nur 47 Prozent der Hausbesitzer in Bayern über eine Versicherung gegen sogenannte Elementarrisiken wie Starkregen und Hochwasser. Im Bundesdurchschnitt betrage der Anteil dagegen 54 Prozent.

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