Ex-CSU-Chef
Stoiber kam bei Fischpolitik an seine Grenzen

19.09.2023 | Stand 20.09.2023, 23:16 Uhr |

Anekdötchen aus dem politischen Leben - Edmund Stoiber (CSU), ehemaliger Ministerpräsident von Bayern, sitzt bei einer Veranstaltung auf der Bühne. - Foto: Sven Hoppe/dpa

Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber ist in seiner politischen Karriere nach eigenen Angaben auch an seine thematischen Grenzen gekommen. Kurz nachdem er 2002 nach dem berühmten Frühstück in Wolfratshausen mit der damaligen CDU-Chefin Angela Merkel zum Kanzlerkandidaten der Union gekürt worden war, habe er einen Wahlkampfauftritt in Flensburg gehabt, berichtete der frühere bayerische Ministerpräsident am Montagabend in der Komödie im Bayerischen Hof in München.

Eine Journalistin vom NDR habe ihm dann eine Frage gestellt, die er nicht so ohne weiteres habe beantworten können: «Was sind Ihre fischpolitischen Vorstellungen für die nächsten vier Jahre?» Damit habe er sich «bei aller Bedeutung der bayerischen Seen» aber bis dahin nicht groß beschäftigt gehabt.

Die Folge sei darum «eine sehr lange» und eher «grundsätzliche» Antwort gewesen, sagte der 81-Jährige, der auch mit ausschweifenden und nicht immer ganz stringenten Reden wie bei seinen berühmten Ausführungen zum Transrapid zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen («10 Minuten!») Schlagzeilen machte.

In der Komödie im Bayerischen Hof sprach Stoiber vor einem nicht einmal zur Hälfte gefüllten Theater über «Anekdötchen aus dem politischen Leben» und machte auch seiner Frau Karin eine Liebeserklärung. Zwar sei ihm im Wahlkampf mit den mehrfach verheirateten Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer (Grüne) mehrfach gesagt worden, er sei zu langweilig. Aber er habe nunmal mit 21 in einer Bank seine damals 19 Jahre alte Frau kennen gelernt - und gleich gewusst, dass er sie heiraten werde.

Mit Stoiber auf der Bühne saß der «Focus»-Gründer und heutigen FDP-Landtagsabgeordnete Helmut Markwort (86). Der Alterspräsident des bayerischen Landtags sorgte dabei für ein Raunen im Publikum, als er erzählte, dass er sich früher in der Kirche vor allem interessiert habe für die «Missionare, die zu den Negern gegangen sind». Danach fragte er: «Muss ich jetzt das Wort zurücknehmen?»

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