Rüstungsunternehmen
Panzer-Zulieferer Renk holt Börsengang nach

07.02.2024 | Stand 07.02.2024, 14:19 Uhr

Panzergetriebehersteller Renk - Panzer-Getriebe-Produktion bei dem Hersteller Renk. - Foto: Stefan Puchner/dpa

Das Augsburger Rüstungsunternehmen Renk ist am Mittwoch mit viermonatiger Verzögerung an die Börse gegangen. Der erste Kurs für die Aktien des Panzergetriebe-Herstellers lag bei 17,50 Euro, wie die Deutsche Börse berichtete. Später stiegen die Renk-Papiere deutlich über die 18-Euro-Marke. Renk wollte ursprünglich bereits im vergangenen Herbst an der Börse starten. Doch im Oktober hatte das Unternehmen den Börsengang kurzfristig wegen ungünstiger Marktbedingungen abgesagt.

Renk hatte insgesamt rund 33,3 Millionen Aktien, die einem Drittel der Unternehmensanteile entsprechen, zum Stückpreis von 15 Euro angeboten. Der Finanzinvestor Triton will die restlichen Anteile der ehemaligen Volkswagen-Tochter zunächst behalten. Durch den Börsengang würden entsprechend rund 500 Millionen Euro erlöst, berichtete Renk nach dem Börsengang.

Mit dem Börsengang stieg ein zweiter Großaktionär bei Renk ein. Der Rüstungskonzern KNDS hat nach Angaben Renks Aktien im Wert von 100 Millionen Euro erworben. Triton und KNDS haben vereinbart, dass KNDS vom Mehrheitseigner später weitere Aktien erwerben kann, sodass der Anteil von KNDS auf bis zu 25 Prozent plus eine Stimme steigen kann. Hinter KNDS stehen der deutsche Militärfahrzeughersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und das französische Verteidigungsunternehmen Nexter, die sich 2015 zusammengeschlossen haben. KNDS stellt unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 her, für den Renk das Getriebe baut.

Als weiterer Renk-Ankerinvestor hatte auch die Vermögensverwaltung Wellington Management Company LLP Aktien im Umfang 50 Millionen Euro bekommen. Renk hat nach eigenen Angaben mehr als 3400 Beschäftigte und Werke in mehreren Ländern. Das Unternehmen hatte wegen des Rüstungsbooms infolge des Ukraine-Krieges eine Sonderkonjunktur erlebt. Renk hatte 2022 einen Umsatz in Höhe von rund 850 Millionen Euro erzielt und wollte diesen 2023 nach früheren Angaben auf bis zu eine Milliarde Euro steigern. Die Zahlen für das vergangene Jahr hat Renk noch nicht vorgelegt.

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