Sonne, Schatten, Wasser
Tipps vom Gartenprofi: Fragen und Antworten rund um den Garten im Sommer

26.05.2024 | Stand 07.06.2024, 6:55 Uhr

Gartenarbeit macht Spaß, hält fit und zählt zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Das ganze Jahr über, und insbesondere auch im Sommer, haben Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner einiges zu tun. − Fotos: Adobe Stock

Der sommerliche Garten ist ein blühendes Paradies. Gleichzeitig erfordert er auch zu dieser Zeit viel Aufmerksamkeit. Der Garten- und Landschaftsbauer Stefan Arndt aus Rohrbach (Landkreis Pfaffenhofen) gibt Tipps.

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Es gilt zwar bestimmt nicht für jeden, aber viele, die einen Garten besitzen oder eine Terrasse mit Pflanzen im Kübel oder vielleicht einem Hochbeet für Gemüse und Kräuter haben: Gärtnern macht Spaß. Das weiß auch Stefan Arndt. Der Garten- und Landschaftsbauer ist Mitglied der „Gärtner von Eden“ – einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von 50 Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er hat Antworten auf wichtige Fragen rund um die Gartenpflege im Sommer.

Wie und wann gieße ich richtig?



Im Sommer, der ja auch bei uns immer heißer und trockener wird, muss auf jeden Fall ausreichend gewässert werden. Damit die Feuchtigkeit in die unteren Bodenschichten gelangen kann, in denen die Pflanzen wurzeln, gilt: Weniger und länger statt öfter und kürzer. Statt täglich sollte man lieber nur einmal die Woche, aber dafür umso ausgiebiger wässern.

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Welche Pflanzen lieben es sonnig, welche schattig?



Um ein Beispiel zu nennen: Lavendel ist ein typischer Sonnenliebhaber. Funkien dagegen mögen es schattig. Man kann die Blattgröße als Hinweisgeber heranziehen. Eine kleine Blattoberfläche schützt vor Verdunstung in der Sonne. Schattenblätter müssen im Vergleich zu Sonnenblättern um jeden Sonnenstrahl ringen, deswegen sind sie viel größer. Pflanzen für schattige Standorte haben tendenziell größere Blätter, um mehr Licht absorbieren zu können. Auch haben diese Blätter einen höheren Chlorophyllgehalt und sind somit dunkler. Kleinere Blätter sind dagegen ein Hinweis für Pflanzen, die einen sonnigen Standort brauchen. Eine kleine Blattoberfläche schützt die Pflanze vor Verdunstung.

Wann und wie oft sollte man düngen?



Die „Gärtner von Eden“ empfehlen, organischen Dünger zu verwenden, zum Beispiel Hornspäne oder Kompost. Grundsätzlich sollte man im Frühjahr, aber auch im Sommer mehrmals düngen, zum Herbst hin aber immer weniger. Organischer Dünger ist immer zu bevorzugen. Im Frühjahr kann man auch mineralisch düngen, weil manche Pflanzen dann schnell verfügbare Nährstoffe brauchen. Wer die Möglichkeit hat, macht vorab eine Bodenprobe als Bestandsaufnahme. Zusätzlich gilt es den Bedarf der Pflanze zu beachten. Grundsätzlich gilt: Große Blütenstauden haben einen höheren Nährstoffbedarf als kleinere Staudenpflanzen.

Was hilft gegen Unkraut und wie entfernt man es?



Das Düngen ist wichtig, damit Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind und somit Unkraut verdängen können. Denn je besser sie wachsen, umso geschlossener ist die Bodendecke und damit ist der Lebensraum für Unkraut zerstört. Unterschieden wird zwischen Unkraut hacken und Unkraut beseitigen. Beseitigen bedeutet ausgraben. Das ist aufwendiger, aber nachhaltiger.

Wie pflegt man Rosen und Rasen am besten?



Beides braucht sehr viel Zuwendung. Rosen mögen es sonnig und windig, damit sie schnell trocknen können. Damit der Wind gut durchkommt, sollten sie ausgeschnitten werden. Beim Rasen gilt: mähen, düngen, wässern und wieder mähen, düngen, wässern. Es gibt die Möglichkeit, über Pflanzungen mit trockenheitsverträglichen Stauden auch neben dem grünen Rasen zusätzlich lebendige Gartenbilder zu schaffen, empfehlen die „Gärtner von Eden“. Denn Staudenflächen sind ökologisch wertvoller als eine reine Rasenfläche, da sie Insekten Nahrung bieten.

Gibt es Trends, was das Gärtnern betrifft?



Die „Gärtner von Eden“ bemerken einen Trend hin zum naturnahen Garten. Es wird mehr in Pflanzen investiert und darauf geachtet, dass diese insektenfreundlich sind und Bienen anziehen. Das ist eine sehr schöne Entwicklung. Die „Gärtner von Eden“ setzen auf Arten und Sorten, die klimatisch einiges aushalten und auch mit großer Hitze gut zurechtkommen. Tiefwurzelnde Pflanzen zählen zu den Gewinnern des Klimawandels. Bei Gehölzen sind das zum Beispiel Amber- oder Schnurbaum und Gleditschie, bei den Stauden Storchschnabel, Sedum, Aster und Wolfsmilch.